Erlebnisse

Von Jugend an war Jochen ein Raufbold und Säufer. Er war nur an wenigen Tagen des Jahres nüchtern. Trotz seiner Alkoholbindung war er körperlich gesund und voller Kraft. Von Gott und der Bibel wollte er nichts wissen. Für ihn war der christliche Glaube genauso Humbug wie die Vorstellung, dass es einen Teufel gibt.

Fluchen, Lästern, Jähzorn waren ihm zur zweiten Natur geworden. Einmal erzählte ein Mann im Wirtshaus von schwarzer Magie und der Möglichkeit, sich mit der Unterwelt zu verbinden. Schauriges und Unheimliches wurde dabei berichtet. Einige junge Männer lachten darüber und taten es als dummen Aberglauben ab.

Am ärgsten trieb es der Alkoholiker Jochen. Er wolle mit dem Teufel anbinden und mit ihm schon fertig werden, erklärte er. Seine Kumpel schlossen mit ihm daraufhin eine Wette ab. Der Jochen sollte sich an einem Freitag nachts um 12 Uhr an einem Kreuzweg dem Teufel stellen. Dann sollte er mit einer Kreide einen engen Kreis um sich ziehen und dreimal mit einer bestimmten Formel Luzifer anrufen. Die Anrufungsformel hatte man ihm vorher mitgeteilt.

Jochen tat alles nach Anweisung, aber nichts geschah. Triumphierend steckte er das Geld der gewonnenen Wette ein.

Die Freude war jedoch zu früh. Als Jochen am nächsten Abend zu Bett ging, sah er plötzlich an der gegenüberliegenden Wand des Bettes eine scheußliche Fratze, die langsam auf ihn zukam. Er lag wie gelähmt, konnte sich weder bewegen noch rufen. Die Fratze näherte sich ihm bis auf etwa 20 Zentimeter und wich dann zurück. Eine unheimliche Angst überkam Jochen. Jetzt konnte er schreien. Verwandte hörten das mörderische Geschrei, eilten zu dem Schlafzimmer, konnten es aber nicht betreten. Eine unsichtbare Macht verhinderte ihr Eintreten.

Dieser Vorgang wiederholte sich oft, aber nur, wenn Jochen nüchtern war. Es war also keine Folge von übermäßigem Alkoholgenuss.

Die Hausbewohner bestätigten jedesmal, dass sie an der Tür beim Hineingehen gestoppt wurden. Jochen ging schließlich zum Arzt, berichtete von diesen Erlebnissen, ob sie Folgen des Alkoholkonsums wären. Beides verneinte der Arzt nach gründlicher Untersuchung.

Jochen erzählte dann auch von der nächtlichen Teufelsanrufung. Daraufhin wurde der Arzt nachdenklich. Für ihn als Christ war das nicht ein Fall von Humbug oder Halluzination, sondern er nahm das ernst und sagte: „Wenn Sie sich so etwas geleistet haben, dann ist es Zeit, dass Sie zu Christus kommen, sonst werden Sie tatsächlich noch vom Teufel geholt. Für Sie heißt es nun, radikale Umkehr, wenn Sie nicht zugrunde gehen wollen.“

Jochen befolgte den Rat und fing an, ernstlich Christus zu suchen. Er hatte einen solchen Schock durch die Erscheinungen der Teufelsfratze, dass er Tag und Nacht nicht zur Ruhe kam.

Auf den Knien schrie er zu Gott um Befreiung vom Alkohol, von der Unzucht, vom Jähzorn, um Befreiung aus den Klauen Satans.

Christus nahm sich seiner an, und er erlebte eine völlige Befreiung. Von diesem Augenblick an blieben die Erscheinungen der Teufelsfratze aus.

Für Jochen war das eine Bestätigung, dass die Erscheinungen die Folgen der nächtlichen Teufelsanrufung gewesen waren. Die Sünde hatte ihn an den Rand der Hölle geführt. Die Gewalt Jesu Christi entriss ihn aber dem Machtbereich Satans.