Dynamis - die Kraft des Heiligen Geistes

Es war Ende 1966, als wir mit unserem Bibel­studium in Mapumulo begannen. Wir hatten be­schlossen, dabei so vorzugehen, daß wir nicht hier einen Vers und dort einen Vers herausnah­men wie Kinder, die zuerst die Rosinen aus dem Kuchen picken. Bei Kindern können wir das ver­stehen, aber wenn Erwachsene sich so verhalten, ist das kindisch. Einige Leute haben ihre Lieb­lingsverse, die sie immer wieder zitieren. Eine be­stimmte geistliche Richtung baut ihre Lehre auf das Wort: "Gott ist die Liebe." Und weil es ein Gott der Liebe ist, kann es keine Hölle geben. So entsteht dann eine Irrlehre. Wir sagten uns: "So wollen wir es nicht machen. Wir nehmen ein Buch der Bibel, beginnen mit dem ersten Vers und ver­tiefen uns darin bis zum letzten Vers. Dann haben wir das ganze Bild und nicht nur ein Stück da­von.
Es gibt bei den Zulus eine Legende, die in unse­re Situation paßte. Drei blinde Männer wollten wissen, wie ein Elefant aussieht. Jemand erklärte sich bereit, diese drei Blinden mit seinem Wagen in einen Tierpark zu bringen. Sie wurden zu einem zahmen Elefanten geführt, und jeder durf­te ihn betasten. Der erste ging auf den Elefanten zu und blieb vor dem hinteren Bein des Tieres ste­hen. Als er das große Bein anfaßte, fragte er: "Sieht so ein Elefant aus?" Der zweite Blinde ging einige Schritte vorwärts und berührte den riesigen Körper des Elefanten. Als er mit seinen Hän­den den Bauch entlangstrich, rief er aus: "Ist dies wirklich ein Elefant?" "Ja, so sieht ein Ele­fant aus", antwortete man ihm. Der dritte Blin­de stand in der Nähe des Rüssels und betastete ihn von oben bis unten. Alle drei waren begei­stert, daß sie nun einen Elefanten "gesehen" hatten. Aufgeregt gingen sie nach Hause. Dort wurden sie gefragt, ob sie nun wüßten, wie ein Elefant aussieht. Der erste schilderte seine Be­obachtung so: "Ich sage euch, ein Elefant ist wie der dicke Stamm eines Baumes." Der zwei­te rief aus: "Mann, was sagst du denn da? Ich habe es genau gefühlt. Du kannst mich nicht bluffen. Ein Elefant ist wie ein großer Ballon." Schließlich mischte sich auch der dritte ein und widersprach seinen Freunden: "Aber wo wart ihr nur? Ich betastete den Elefanten mit meinen eigenen Händen, er ist wie ein langer Schlauch." Und so gerieten sie letzten Endes in Streit. Jeder hatte den Elefanten "gesehen", doch die Schwierigkeit war, daß jeder nur einen Teil des Tieres berührt hatte.
Das war uns ein Gleichnis, und wir wollten nicht so handeln wie diese drei Blinden, obwohl es natürlich auch Christen gibt, die für viele biblische Dinge blind sind. Ich kann heute nicht mehr genau sagen, wie es dazu kam, daß wir mit der Apostelgeschichte begannen. All die Jahre hindurch hatte ich eine besondere Vorlie­be für die ersten Christen, und man kann die Berichte über die Urgemeinde kaum lesen, oh­ne davon ergriffen zu werden. So starteten wir nun mit dem ersten Kapitel beim ersten Vers, und von Anfang an nahm der Herr unsere Herzen ge­fangen.
Die Apostelgeschichte beginnt mit den Wor­ten: "Die erste Rede habe ich getan, lieber Theophilus, von alle dem, das Jesus anfing beides, zu tun und zu lehren." Lukas schrieb, was Jesus be­gonnen hatte, und die Apostelgeschichte ist eine Fortsetzung von dem, was Jesus tat. Als der Herr Jesus in dieser Welt lebte, war das nur der An­fang. Sein Wirken endete nicht mit seinem Tode. Er hatte zu seinen Jüngern gesagt: "Ich bin ge­kommen, daß ich ein Feuer anzünde auf Erden; was wollte ich lieber, denn es brennete schon! Aber ich muß mich zuvor taufen lassen mit einer Taufe." (Lk. 12,49 + 50) Das war keine Taufe mit Wasser, sondern das war die Taufe seines Leidens und Sterbens am Kreuz. Der Herr Jesus konnte das Feuer des Heiligen Geistes nicht entzünden, bevor er nicht den Kampf in Gethsemane ge­kämpft hatte. Hier rann sein Schweiß und fiel wie Blutstropfen zur Erde. Nach seinem Kreuzestod, seiner Auferstehung und Himmelfahrt konnte er schließlich das vollbringen, wozu er gekommen war. Nun konnte er seine Arbeit fortsetzen in der ganzen Fülle seiner Macht, sitzend zur Rechten des Vaters. Endlich war der Zeitpunkt gekom­men, ein Feuer anzuzünden. In der Apostelge­schichte können wir sehen, wie der Herr Jesus in seiner Auferstehungskraft und in seiner Allmacht durch seine Jünger wirkt. Damals sagten die Menschen: "Diese Leute sind betrunken." Andere spotteten oder entsetzten sich. Petrus antwortete ihnen daraufhin: "Ihr Männer, diese Menschen sind nicht trunken wie ihr meint, zumal es noch früh am Morgen ist. Sondern das ist so, wie durch den Propheten Joel zuvor gesagt wurde: "Und es soll geschehen in den letzten Tagen, daß Gott sei­nen Geist auf alles Fleisch ausgießen wird. Unsere Söhne und Töchter sollen weissagen, unsere Jünglinge sollen Gesichte sehen, und unsere Alte­sten sollen Träume haben."
Als wir das lasen, sagten wir: "Aber wir sind den letzten Tagen näher als die Menschen vor 2000 Jahren. Wenn diese Verheißung für sie galt, wieviel mehr gilt sie uns heutzutage." Es bedarf keiner großen Erkenntnis, um herauszufinden, daß wir im gleichen Zeitabschnitt leben wie die Urgemeinde und wir erst am Ende dieser Epoche angelangt sind, wenn der Herr Jesus wieder­kommt, um seine Braut zu holen. Geistlich ge­sprochen heißt das, daß wir in derselben "Woche" leben. Gottes Wort sagt uns: "Vor Gott sind tau­send Jahre wie ein Tag und ein Tag wie tausend Jahre. So sind zweitausend Jahre wie vorgestern, und wir haben nicht einmal die Hälfte der Woche erreicht. Zweifellos gilt uns dasselbe wie der Ur­gemeinde damals.
Je weiter wir vordrangen, desto mehr wurden unsere Herzen angerührt. Wir lasen auch, daß der Herr Jesus seinen Jüngern befohlen hatte, nicht von Jerusalem zu weichen, bevor sie mit der Taufe getauft würden, von der Johannes der Täufer gesprochen hatte. Heute wird viel über die Taufe diskutiert. Einige sagen, sie muß in dieser bestimmten Weise vor sich gehen, andere wider­sprechen dem, andere wieder setzen einen be­stimmten Zeitpunkt dafür fest. Ich erinnere mich an eine große Freiversammlung etwa 1952 in Pre­toria, als Dr. Edwin Orr etwas Außergewöhnli­ches tat. Er bat einen reformierten Pfarrer und einen Baptistenpfarrer nach vorn. Dann stellte er ihnen die Frage: "Wer von Ihnen braucht mehr Wasser bei der Taufe?" Ich dachte: "O weh, wie kann ein solcher Mann diese Frage stellen? Das sollte man nicht tun." Dann erklärte Dr. Orr den beiden Pfarrern: "Sehen Sie, es spielt keine Rolle, ob Sie viel oder wenig Wasser brauchen. Wenn Sie die Leute taufen, bleibt jedesmal die Zunge trocken." Verstehen wir diese Sprache? Die Was­sertaufe verändert die Zunge nicht. Sie mag be­wirken, was immer die Menschen darunter ver­stehen, aber ist es nicht so, daß die getauften Kin­der oder die getauften Erwachsenen Dinge reden, die nie über die Lippen eines Christen kommen sollten? Die Feuertaufe mit dem Heiligen Geist, von der die Apostelgeschichte spricht, bedeutet mehr.
Von Johannes dem Täufer sagt der Herr Jesus, daß er der Größte von allen ist, der von Weibern geboren wurde. Da gibt es einen Mose, einen Ab­raham, einen Elia. Alle waren sie große Gottes­männer. Aber der Herr Jesus sagt, daß keiner von ihnen größer ist als Johannes der Täufer. Worin bestand seine Größe? Wir wissen nicht von einem einzigen Wunder, das er getan hatte. Wir hören von keinem Blinden, der durch ihn sehend wurde, von keinem Lahmen, der wieder gehen konnte. Vielleicht wußte der Herr Jesus von unserem Zweifel. Deshalb sagt er an dieser Stelle: "Wahr­lich, ich sage euch..." Obwohl Johannes der Täufer von Jesus als der Größte bezeichnet wur­de, konnte er sagen: "Der nach mir kommt, ist größer als ich, des ich nicht wert bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Ich taufe euch mit Wasser; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen."
Wir wissen, was ein Feuer ist. Wenn wir ein schwarzes Eisen ins Feuer legen, so dauert es nicht lange, bis die schwarze Farbe verschwindet. Das Eisen wird glühend rot und schließlich weiß. Das Feuer durchglüht das ganze Eisen. So ist es, wenn jemand mit dem Heiligen Geist getauft wird. Das Feuer des Heiligen Geistes wird sein ganzes Wesen mitsamt der Zunge durchdringen.
Wie schon erwähnt, hatte der Herr Jesus seinen Jüngern befohlen, in Jerusalem zu bleiben und auf die Verheißung des Vaters zu warten, daß sie mit dem Heiligen Geist getauft würden. Denn dadurch würden sie Kraft empfangen, um Jesu Zeugen zu sein. Der Herr Jesus mußte ihnen be­fehlen, in Jerusalem zu bleiben. Das hatte einen bestimmten Grund. Vielleicht wären seine Jünger geflüchtet. Wir Menschen sind ja so. Am liebsten würden wir vor einer schwierigen Situation da­vonlaufen. Wenn eine Frau einen Mann hat, der sie nicht versteht oder nicht tut, was sie will, möchte sie am liebsten die Flucht ergreifen. Ge­nauso ist es mit den Kindern, deren Eltern ihrer Meinung nach zu streng sind. Oft kehren sie aus diesem Grund dem Elternhaus den Rücken. Es gibt sogar Christen, die von einer Kirche zur an­deren wechseln, weil sie in der jeweiligen Ge­meinde nicht zurechtkommen. Ich sage gewöhn­lich solchen Leuten: "Wenn ihr euch nicht dort bewährt, wo ihr seid, könnt ihr es auch nicht an einem anderen Platz." Die Zulus sagen: "Wenn du eine faule Kartoffel nimmst und sie in einen Sack mit guten Kartoffeln legst, wird sie nicht besser, sondern alle guten Kartoffeln werden faul." Wenn wir an dem Platz keinen Erfolg ha­ben, wo Gott uns hingestellt hat, werden wir an keinem anderen Ort ein Segen sein. Deshalb ist es gut, so lange auszuharren, bis Gott eine andere Weisung gibt. War Jerusalem für die Jünger nicht der gefährlichste Platz? Jerusalem, wo sie ihren Herrn und Meister gekreuzigt hatten! Sie waren hinter verschlossene Türen geflüchtet aus Furcht, ebenfalls getötet zu werden. Man kann verstehen, daß es für sie der schlimmste Ort der Erde war. Und doch sagte Jesus: "Bleibt hier, bis ihr den Heiligen Geist empfangen habt." Wir lesen von der Reaktion der Jünger auf diesen Befehl. Sie fragten Jesus: "Herr, wirst du nun das Reich Israel wieder aufrichten? Ist die Zeit der Prophezeiung erfüllt?" Wie ein Schlag ins Gesicht traf sie dann die Antwort des Herrn: "Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, sondern ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes bekommen."
Es ist möglich, daß Menschen zu Jesu Füßen sitzen. Und während Jesus mit ihnen spricht, sind sie mit einem anderen Problem beschäftigt. Was nützt es, wenn wir mit Prophezeiungen beschäf­tigt sind und haben nicht die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, um dem Wort Gottes zu ge­horchen und zu tun, was der Herr Jesus von uns erwartet?

Es hat wohl noch nie eine Zeit gegeben, in der soviel vom Heiligen Geist gesprochen wird wie heute. Überall in der Welt wird vom Geist Gottes geredet. Leider verstanden die Menschen auch noch nie so wenig vom Heiligen Geist wie in die­ser Zeit. Einmal hielt ich eine Vortragsreihe in Holland über Erweckung. Ein Prediger stand auf und sagte: "Ich hatte bisher eine falsche Vorstel­lung von Erweckung. Ich dachte, Erweckung hät­te etwas mit Lärm zu tun." Manche Leute sind der irrigen Meinung, daß sich vom Heiligen Geist er­füllte Menschen wie Betrunkene benehmen. Ich spreche aus Erfahrung und bezeuge es, daß es die stillsten Augenblicke im Leben eines Menschen oder einer Gemeinde sind, wenn der Geist Gottes wirkt.
Ich möchte von zwei Christen berichten, die in einen Streit gerieten. Der eine behauptete: "Wir sind pfingstlicher als ihr", der andere meinte: "Nein, unsere Gemeinde ist pfingstlicher als eu­re." "Aber wie kannst du das beweisen?" "Siehst du, wir rufen viel lauter Halleluja als ihr." Man sagte mir, dies sei eine wahre Begebenheit und kein Märchen. In Holland traf ich einen Mann, der auch so dachte. Wir dürfen nicht seelische Schwärmerei mit dem Wirken des Heiligen Gei­stes verwechseln.
Der Herr Jesus spricht von einem bestimmten Merkmal, wenn der Heilige Geist über einen Menschen kommt: Er wird die Kraft des Heiligen Geistes empfangen! (Apg. 1,8) Wenn es ein Zei­chen dafür gibt, wollen wir auf das Zeichen ach­ten, von dem der Herr Jesus sprach. Kraft heißt in der griechischen Sprache dynamis. Ich denke da­bei an Dynamit. Es besitzt Kraft, und man be­nutzt es nicht, um weichen Sand zu bearbeiten, sondern um die härtesten Felsen zu sprengen. Die Kraft des Heiligen Geistes wirkt da, wo der Bo­den so hart ist wie Granit. Dort ist er am wirk­samsten. Jesus sagte seinen Jüngern: "Ihr werdet Kraft empfangen!" Wenn man über diese Kraft spricht, denken die Menschen zuerst an Kran­kenheilung und vergessen dabei, daß die Heilung der Seele viel wichtiger ist als die Heilung des Lei­bes. Von Sünde befreit zu werden, ist tausendmal wertvoller, als von einer Krankheit geheilt zu werden. Das geistliche Geschehen steht an erster Stelle. Man darf nicht den Text aus dem Zusam­menhang reißen, sonst wird der Sinn verfälscht. Beachten wir Jesu Aussage: "Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und werdet mei­ne Zeugen sein."
Was ist ein Zeuge? Wir sagen, ein Zeuge ist ein Mensch, der von dem Zeugnis ablegt, was er ge­sehen und gehört hat. Im Griechischen finden wir dafür das Wort martyr. Auch im Englischen ha­ben wir das gleiche Wort martyr = Märtyrer. Das ist ein Mensch, der bereit ist, für seinen Glauben zu sterben. Jesus meint also, wenn ihr die Kraft des Heiligen Geistes empfangen werdet, werdet ihr die Kraft haben, Märtyrer zu sein. Seltsam! Wir würden sagen: Ihr werdet Kraft ha­ben zu lieben. Aber Kraft, um zu sterben? Wir sind ja keine Märtyrer und müßten schon in Län­dern leben, wo man um seines Glaubens willen verfolgt und getötet wird. Dennoch können auch wir Märtyrer sein. Im Hebräerbrief (12,4) lesen wir: "Denn ihr habt noch nicht bis aufs Blut wi­derstanden im Kampf gegen die Sünde." Was be­deutet das? Das heißt ganz einfach, wenn jemand sagt: "Ich will lieber sterben als lügen! Ich will lie­ber sterben, als mit der Frau eines anderen zu hu­ren! Ich will lieber sterben als zu stehlen! Ich will lieber sterben, als ein Heuchler oder dem Herrn Jesus untreu zu sein! Ich will lieber sterben als zu sündigen! Das ist Kraft, um ein Märtyrer für den Herrn Jesus zu sein.
Petrus verleugnete seinen Herrn. Aber nach­dem er die Kraft des Heiligen Geistes empfangen hatte, wurde er zum treuen Zeugen seines Herrn, um schließlich als Märtyrer gekreuzigt zu wer­den. Vor seiner Hinrichtung bat er: "Ich bin nicht wert, so zu sterben wie mein Herr und Meister, deshalb kreuzigt mich mit dem Kopf nach un­ten." Durch die Kraft des Heiligen Geistes konn­te er für Jesus sterben. Er starb für die Wahrheit.
Der Apostel Paulus sagt: "Ich sterbe täglich." (1. Kor. 15,31) Was meint er damit? Wie können wir täglich sterben? Der Herr Jesus starb sozusa­gen schon in Gethsemane, bevor er den leiblichen Tod am Kreuz erlitt. Dort kostete es ihn Schweißtropfen wie Blut, und er wollte verzagen, bis er schließlich seinem Vater sagen konnte: "Nicht mein, sondern dein Wille geschehe." Er starb sich selbst. Wenn wir dasselbe beten kön­nen, dann suchen wir nicht mehr das Unsrige, sondern demütigen uns unter Gottes Willen und verleugnen uns selbst. Das ist sehr schwer und wird nur geschehen können in der Kraft des Hei­ligen Geistes.

Sehen wir uns die Apostel an, wie diese Kraft des Heiligen Geistes an ihnen sichtbar wurde.
Die Apostelgeschichte berichtet von Petrus und Johannes, als sie in den Tempel gingen, um zu beten. Vor der Tür des Tempels saß ein Lah­mer. Petrus sagte zu ihm: "Sieh uns an! Silber und Gold habe ich nicht. Was ich aber habe, das gebe ich dir. Im Namen Jesu Christi von Nazareth ste­he auf und wandle!" Und er stand auf! Beachten wir genau die Worte des Petrus. Er hatte nicht ge­sagt: "Ich gebe dir, was wir haben", sondern, "ich gebe dir, was ich habe." Johannes hatte nicht die Gabe der Krankenheilung. Im Neuen Testament lesen wir nicht von einem einzigen Heilungswun­der durch den Apostel Johannes, und doch hatte er ebenso wie Petrus die Kraft des Heiligen Gei­stes empfangen. Sie hatten verschiedene Gaben. Wenn wir Johannes betrachten und fragen, wel­che besondere Gabe er hatte, so stellen wir die be­sondere Art seiner Predigtweise fest, wie er den Gemeinden Nächstenliebe, Gemeinschaft und Einmütigkeit untereinander lehrte. Johannes er­fuhr die Kraft des Heiligen Geistes in einem sol­chen Maße, daß er in seinem ersten Brief (Kap. 3,6 + 8) schreiben konnte: "Wer in ihm bleibt, sündigt nicht. Wer da sündigt, der hat ihn nicht gesehen noch erkannt. Wer Sünde tut, der ist vom Teufel." Also, daran erkennt man einen wiederge­borenen Christen. Johannes geht soweit, daß er sagt: Sieh, es ist nicht schwer zu erkennen, ob je­mand wiedergeboren ist oder nicht. Wenn jemand sündigt, ist er vom Teufel. Ist er wahrhaftig wie­dergeboren, sündigt er nicht. Das ist eine harte Re­de und will nicht in die Köpfe der Theologen. Ach nein, so kann Johannes das doch nicht gemeint ha­ben. Es ist gut, daß Johannes und die Christen der Urgemeinde nicht mehr leben. Vielleicht würden wir einen Aufruhr gegen sie entfachen. Wir kön­nen gut verstehen, daß Johannes der Täufer ent­hauptet wurde, weil er die Wahrheit sagte. Lesen wir das in Matth. 3 nach. Was würde geschehen, wenn in unseren Gemeinden so gepredigt würde? Der Apostel Johannes war so erfüllt mit dem Heili­gen Geist, daß er nicht verstehen konnte, daß ein wiedergeborener Christ noch lügen kann. Er konnte sich nicht vorstellen, daß ein Mensch, der eine Wiedergeburt durch den Heiligen Geist erlebt hat, noch ein Freund dieser Welt sein kann. Es war ihm unverständlich, daß solch ein Mensch nicht die Fähigkeit besitzt, die Sünde in seinem Leben zu besiegen. Da ist eine größere Kraft nötig, der Sün­de zu widerstehen und von Sieg zu Sieg zu gehen, als Krankheiten zu heilen. Heutzutage sind wir sehr oberflächlich in unserer Beurteilung. Sobald jemand in fremden Zungen spricht, wird gesagt: "Er ist erfüllt mit dem Heiligen Geist." Es kann aber möglich sein, daß dieser Mensch immer noch lügt oder mit Frauen hurt. Welch ein Unterschied zu dem, was die Bibel uns lehrt, wenn wir ein Ohr haben zu hören!

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Buchvorstellung

Erlebnisse, Kurioses, Beschwerliches und Herrliches aus 43 jährigem Dienst für das Reich Gottes in aller Welt.

248 Seiten, 3,00 €

Menschen berichten...

Ein Evangelist predigte: "Es gibt viele Religionen, aber das Christentum ist keine Religion, sondern die Lebenshingabe an Jesus." Einige Monate danach vollzog Juvan den Schnitt mit der Religion der Väter. Jeder Brahmane trägt um den Leib eine heilige Schnur als Zeichen seiner Kaste. Diese Schnur zerschnitt er und ebenso die heiligen Fransen...

Aus dem Buch "undefinedIm Himalaja"

Erweckung

"Wir haben gerade so viel Religion, wie wir Gott haben. Die Zunahme der Religion und ihre Erweckung bedeutet nichts anderes, als mehr von Gott in unser Herz und unser Leben, mehr von Gottes Willen, mehr von Gottes Gegenwart und mehr von Gottes Kraft zu bekommen. (Andrew Murray in "The Prophet Priest")

Zitat Dr. Koch

"Wer seinem Horoskop verfällt, verliert die Freiheit seiner Entscheidungen."