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Zeugnisse aus der ErweckungFolgende Artikel finden Sie hier:
Aus dem Rundbrief der Mission KSB-RSAZeugnis von Ntombi
Joe Newlands hielt den Gottesdienst in ihrem Haus. Danach kam eine dieser Zauberinnen (Ntombi) auf ihn zu und bat um ein Gespräch. Dabei öffnete sie ihr Herz, weil sie Frieden mit Gott suchte. Joe Newlands betete dann mit ihr. Ntombi erklärte später, dass sie nach dem Gebet sofortige Befreiung erfahren hätte, obwohl dies nicht der Fall gewesen war.
Drei Wochen später lud sie Joe Newlands ein, in ihrem Haus zu predigen. Inzwischen hatte sie all ihre Zauberutensilien gesammelt, die sie ihm übergab, um auf der Mission verbrannt zu werden. Ihr Neffe war darüber sehr zornig, denn er meinte, die Ahnen würden die Familie verfluchen. Während der Predigt von Joe Newlands, versuchte der Neffe, den Gottesdienst zu stoppen, was ihm aber nicht gelang. Zwischenruf:
Hast du die Herrschaft Gottes nicht über dir, so wird bald ein anderer über dich herrschen. Die Liebe Gottes sollte uns zu den freiesten Menschen machen. Johann Christoph Blumhardt Ntombi zeugte in dem Gottesdienst von dem großen Werk, das der Herr in ihrem Leben getan und ihr Befreiung von der okkulten Belastung geschenkt hatte. Ein völliger Sieg wurde errungen. Ntombi gibt weiterhin von diesem Wunder Gottes Zeugnis. Kürzlich fand sie noch einige Zauberfetische, die sie Joe Newlands zum Verbrennen übergab. Ralph und der TokoloshDie Geschichte dieses Mannes ist ein beweiskräftiges Zeichen, wie Gottes wunderbares Walten sinnvoll und zielstrebig seinem gnädigen Planen dienen. Ich kenne Ralph erst seit drei Jahren und habe ihn in dieser Zeit sehr schätzen gelernt. Harald, der AntiterroristDieses Buch redet von harten Felsen. Der 34jährige Harald ist der härteste von ihnen. Nur zwei Männer dieser Art sind mir begegnet: BZ 7, von dem in einem anderen Taschenbuch über In den Klauen eines VerbrechersAngel Khanyle stammt aus einem christlichen Haus. Ihr Vater war Prediger und Evangelist einer Pfingstgemeinde. Von klein auf nahm sie an den Gottesdiensten der Gemeinde teil. Die christlichen Geschichten waren ihr vertraut. Oft ist aber der Einfluß der Schule und der Kameradschaft stärker als das Elternhaus. Sie wurde in der Schule verführt. Der Ahnenkult der HeidenDieser fünfzigjährige Zulu gab auf Sizabantu seine Geschichte. Heino Stegen, ein Bruder Erlos, war der Dolmetscher. Der schwarze Bruder verlangte, daß sein Zeugnis in dem Buch überschrieben wird: »Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen«. Leben ohne LiebeLeben ohne Liebe William H. erzählte mir auf Sizabantu seine Geschichte. Erlo Stegen saß als Dolmetscher dabei. Dieser Bericht darf mit Genehmigung in meinem siebten Sizabantu-Buch veröffentlicht werden.
Zusammen mit fünf Geschwistern verbrachte William hier eine freudlose Kindheit. Die Eltern hatten viel Streit und trennten sich schließlich, als William sechs Jahre alt war. Die Kinder kamen danach in eine katholische Internatschule. Es waren zwei Jungen und vier Mädchen. Die katholischen Missionare machten die sechs Kinder zu Katholiken, ohne daß die Kinder eine Neigung dazu verspürten.
Alle Pläne zum Studium wurden langsam zerschlagen, da William sich schlecht entwickelte. In den Unterrichtsstunden trieb er seine Lehrer fast zur Verzweiflung. Weil man nicht Herr über ihn wurde, schickte man ihn aus dem Unterricht weg und setzte ihn für Gartenarbeiten ein. Trotzdem wurde er bei den jährlichen Examina der Beste. Der junge Tunichtgut war nicht wenig stolz darauf, daß er es seinen Lehrern »zeigen konnte«.
Ersatzliebe Mit dem »Rausschmiß« aus der katholischen Missionsstation begann Williams Straßen- und Luderleben. Er suchte mit aller Macht nach einer Arbeitsstelle und fand keine. Da er irgendwo bleiben mußte, ging er zu Verwandten, die ihn vorübergehend aufnahmen. Sie bestanden aber darauf, daß er arbeitete und zu seinem Unterhalt etwas beisteuerte. William war nicht arbeitsscheu, und so gelang es ihm, sich »durchzuschlagen«.
Es blieb nicht bei dem sexuell verwilderten Leben. Andere Gebundenheiten und Süchte stellten sich ein: Alkohol, Rauchen, Rauschgift. Er suchte damit einen Ersatz für die fehlende »Nestwärme«, die er in seiner Kindheit entbehren mußte. Unsere Psychologen und Pädagogen haben es uns lange genug eingepaukt, daß die fehlende Mutterliebe in den ersten Lebensjahren später furchtbare Auswirkungen haben kann. Die Armut und Freudlosigkeit seiner Jugend sollte durch einen Rauschzustand jeglicher Art überrundet und »ausgebügelt« werden. Leben in der Angst
Das teure Rauschgift führte ihn vollends auf die schiefe Bahn. Er hatte sich durch Überfälle stets die notwendigen »Moneten« zu beschaffen. Das hieß, daß er sich bewaffnen mußte. Er trug eine Kette zum Zuschlagen, einen Schlagring und ein Messer. Da man Rauschgift riechen kann, ging er stets der Polizei aus dem Weg. Wenn er sie kommen sah oder hörte, tauchte er im Gebüsch unter oder »verdrückte« sich in schmale Gassen. Das Sprichwort sagt: »Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht.« Da William trotz aller Warnungen nicht aufhörte, Schulmädchen zu verführen, war eines Tages das Maß voll. Die Mutter eines verführten Mädchens zeigte ihn an. Der Landlord, Eigentümer eines Häuserblocks, in dem William sein Zimmer hatte, hörte davon und beschloß, dem Missetäter einen saftigen Denkzettel zu geben. Er rief William in sein Zimmer, um ihn zu verhören und ihn anschließend der Polizei zu übergeben. Der Landlord war als rabiater Mann bekannt. William wußte das und steckte zu seiner Verteidigung einen Schlagring ein. Die Polizei, die inzwischen herbeigerufen worden war, nahm William fest. Der Landlord erstattete Anzeige wegen versuchten Totschlags. Er gab an, William hätte ihm mit dem Messer das Gesicht zerschnitten. Der zweite Anklagepunkt war die Verführung eines Schulmädchens. Der Richter sprach den Angeklagten vom ersten Anklagepunkt frei, weil durch Zeugenaussagen erhärtet wurde, daß der Landlord der Angreifer gewesen war. Für den zweiten Anklagepunkt erhielt William eine empfindliche Geldstrafe. Kann Gott helfen?
Eines Nachts, als er wieder verzweifelt auf seinem Gesicht lag und betete, erlebte er einen Angriff der Finsternis. Er sah und spürte ein Ungeheuer, das ihn bedrängte. Er fragte sich, ob das der Geist des kürzlich verstorbenen Vaters sei. Er redete ihn an, erhielt aber keine Antwort. Dann betete er in seiner Angst ein Vaterunser. Er öffnete auch die Bibel, die ihm ein Freund gegeben hatte und las einige Psalmen. In diesem Augenblick hatte er sein erstes Gotteserlebnis. Er hörte eine Stimme, die sagte: I have chosen you to be my servant
William hatte Ende Januar 1976 diese Offenbarung Gottes. Mir kamen Bedenken, und darum fragte ich 1979 William: »War das wirklich von Gott, oder waren es nur deine eigenen Wünsche? Hat sich das alles erfüllt?« William gab zur Antwort: »Es muß von Gott gewesen sein; denn das Erste hat sich schon erfüllt. Ich verkündige heute das Evangelium. Ich bin Glied in der Mannschaft von Erlo Stegen. Darum bin ich sicher, daß sich auch die beiden anderen Verheissungen erfüllen werden.«
Wer all die Ereignisse in Sizabantu kennt, wundert sich über nichts mehr. Es passieren hier die ungewöhnlichsten Dinge, die man sofort in Europa als Schwärmerei abtun würde. Ich rate aber dringend solchen Kritikern, doch einmal nach Sizabantu zu kommen und alles zu prüfen. Es ist schrecklich, daß Prediger, die nie auf Sizabantu waren, häßliche Urteile fällen. Andere Reichgottesarbeiter, die Sizabantu besuchten, haben ein anderes Urteil. So hat mir kürzlich Pfarrer Boeker geschrieben: »Ich fühle mich hier wie im Himmel.« Nach diesem Berufungserlebnis sammelte William alle Utensilien seines Sündenlebens zusammen: die Waffen, Zigaretten, Alkoholflaschen und die gestohlenen Gegenstände und vernichtete alles. Er versprach Gott: »Herr, von heute an will ich dir leben.« Kurze Zeit später fand er auch Arbeit. Nachfolge und Rückfall
William fiel in das alte Leben zurück. Es wurde schlimmer mit ihm, als es zuvor war. Da er darüber auch seinen Arbeitsplatz verlor, verlegte er sich aufs Stehlen. Dieses Mal konnte ihn die Polizei rasch dingfest machen. Er kam vor Gericht und wurde zu drei Jahren und drei Monaten verurteilt. Der Richter setzte aber die Strafe zur Bewährung aus. William sah darin die gnädige Hand Gottes. Er hatte das Gefühl, als ob der Herr einen letzten Markstein und Mahnmal zur Besserung gesetzt hätte. Durchbruch
Nach einigen Stunden konnte er sich endlich beruhigen. Der Herr schenkte ihm eine Vision. Er sah eine Wiese und darauf ein Schaf. Eine Stimme sagte ihm: »Du bist das Schaf. Niemand kann dich aus meiner Hand reißen.« William hatte das Gefühl, als sei er schon im Himmel. Göttliche Reinigung Die dritte Station dieser Umkehr und Rettung war die Seelsorge auf Sizabantu. Ein Freund hatte William von dieser Segensstätte erzählt. 1977 bekam er Gelegenheit, dorthin zu kommen. Unter der Verkündigung wurde ihm bewußt, daß sein Leben nicht in Ordnung war. Es wurde ihm vieles aufgedeckt, was er schon längst vergessen hatte. Zu dieser Zeit erkrankte sein rechtes Auge. Auch eine Hautkrankheit stellte sich ein. Ein Mitarbeiter Erlos, hatte William in der Seelsorge. Es ging bei ihm auf und ab. William kam über seinen alten Sünden nicht zur Ruhe. Sein Seelsorger riet ihm: »Wenn du die Vergebung im Glauben nicht fassen kannst, dann bekenne alles.« In Jakobus 5, 16 heißt es: »Bekenne einer dem anderen seine Sünden.« William hielt nichts von der Beichte. Er dachte dabei ein wenig an die katholische Beichtpraxis. Er antwortete dem Mitarbeiter: »Ich will beichten, wenn Gott mich heilt.« Als er überlegte, was er beichten sollte, fiel ihm nichts ein. So raffiniert ist der Teufel. Zuerst hielt er William alle seine Sünden vor, um ihn zu plagen. Als sein Opfer aber beichten wollte, nahm er ihm jede Erinnerung weg. In seiner Not und Anfechtung schlug William die Bibel auf und stieß auf die zehn Gebote. Dann kam ihm auch die Stelle von den Früchten des Fleisches (Galater 5, 19) unter die Augen. Jetzt fielen ihm einige Sünden ein. Insgesamt beichtete er fünfmal und drang doch nicht zum Frieden durch. Er betete nachts: »Herr, ich habe alles gebeichtet« â€â€ so meinte er wenigstens â€â€ »und werde doch nicht geheilt. Woran liegt es?« Der Herr antwortete ihm durch Eingebung des Heiligen Geistes: »Du hast bisher pauschal deine Sünden genannt. Packe eines nach dem anderen aus. Bekenne alles, was und wie du es getan hast.« William entgegnete: »Herr, das ist unmöglich, wie kann ich einem Menschen all das offenbaren, was Schreckliches in meinem Sündenleben geschehen ist? Wenn du mich aber heilst, will ich nach deiner Anweisung handeln.« Wir wollen kurz dazwischenschalten: Wie geduldig ist der Herr, daß er sich von einem Sünder noch Bedingungen stellen läßt! William fing dann an, alle Einzelheiten seines Sündenlebens schriftlich festzuhalten. Drei Wochen benötigte er dazu. Dann übergab er alles seinem Seelsorger. Jetzt war die Wand zwischen ihm und Gott entfernt, denn unsere Sünden trennen uns von Gott. Ihre Beseitigung bedeutet Leben und Frieden. William drang durch im Glauben. Der Heilige Geist festigte in ihm die Gewißheit des Heils und des ewigen Lebens. Seine beiden leiblichen Erkrankungen klangen ab. Er wurde ohne Arzt geheilt. Der Herr aber hatte noch eine Lektion für ihn. Er sagte ihm: »Gehe hin und bringe deine Sache mit den Menschen in Ordnung, die du geschädigt hast.« William gehorchte. Er ging zum Landlord und bat um Verzeihung. Er gab Gestohlenes zurück. Er suchte den Richter auf und eröffnete ihm, was er außer den in seinen Anklagepunkten genannten Dingen noch getan hatte. Auch vor dem Staatsanwalt bekannte er seine Untaten. Der peinlichste Punkt war ihm, zu der Frau zu gehen, deren Tochter er einmal verführt hatte. Auch andere Frauen suchte er auf. An dieser Stelle unterbrach ich Erlo, der bei dieser Aussprache zwischen William und mir dabei war. Ich fragte Erlo: »Ging William zu allen Müttern, deren Töchter er verführt hatte?« Erlo antwortete: »Nein, nur zu solchen, die es bereits wußten. Man kann ja nicht die Mädchen vor ihren Müttern bloßstellen.« Das offene Bekenntnis von William brachte Frucht. Manche wurden an ihr eigenes Sündenleben erinnert und suchten danach den Herrn, um ihr Leben vor ihm zu ordnen. Wie schon berichtet, ist William seit 1978 Mitarbeiter von Erlo. Sein Leben und Dienst ist nun ein Zeugnis für andere. Er wartet noch auf die Erfüllung der zweiten und dritten persönlichen Verheißung, die ihm der Herr gegeben hat. Das WunderkindEs gibt eine Art, über Wunder zu reden, die nicht dem nüchternen Geist der Bibel entspricht, sondern Ausdruck einer aufgepeitschten Psyche ist. Wenn hier in diesem Kapitel von einem Wunderkind geredet wird, so geschieht das deshalb, weil ein kleines Kind aus Johannesburg auf Sizabantu so genannt wird. Ich selbst kenne das Kind, seine Geschwister und die Eltern. Zeuge für den Bericht ist Erlo Stegen, der Seelsorger und Berater der Eltern Paul und Lucille Joubert. Der Hintergrund des Geschehens ist schnell skizziert. Die Blutgruppen der Eltern passen nicht zusammen. Die Mutter ist Rhesus negativ (rh), der Vater Rhesus positiv (Rh). Die Rh-negativen Menschen bilden leicht Antikörper. Durch die Unverträglichkeit der Blutgruppen zwischen Mutter und Kind entsteht eine Hämolysekrankheit der Neugeborenen, der Morbus haemolyticus neonatorum. Es gibt drei Schweregrade dieser Krankheit: Anaemia neonatorum - Icterus gravis neonatorum - Hydrops universalis fetus. Diese Krankheiten hier zu besprechen, ist nicht Sinn des Berichtes. Als Therapie wird ein Blutaustausch beim Neugeborenen und seit einigen Jahren auch schon beim Fetus durchgeführt. Frau Lucille Joubert ist Rhesus negativ. Ihr erstes Kind starb, bevor es geboren war. Die folgenden drei Kinder sind alle entwicklungsgestört, obwohl bei allen ein Blutaustausch vorgenommen worden ist. Als sie wieder in Hoffnung war, erklärte der Arzt: »Sofort die Schwangerschaft unterbrechen!« Frau Joubert, die inzwischen Christin geworden war, antwortete: »Ich lasse nicht unterbrechen. Ich glaube an Gott. Er kann Wunder tun.«
Alle medizinischen Stellen standen gegen den Glauben der Mutter. Darum rief diese Erlo an und bat um Fürbitte. Die Mannschaft in Sizabantu übernahm dieses Gebetsanliegen in die Fürbitte. Die Mutter spürte in dieser Zeit besonders die Gegenwart Gottes in ihrem Alltagsleben. Verschiedene Bibelworte bestärkten sie in ihrer Haltung. Klagelieder 3, 24 ermutigten sie: »Der Herr ist mein Teil, darum will ich auf ihn hoffen.« Nahum 1, 7 verfolgte sie Tage und Wochen hindurch: »Der Herr kennt die, so auf ihn trauen.« König David wurde ihr zum Seelsorger mit seinem Rat in Psalm 55, 23: »Wirf dein Anliegen auf den Herrn; der wird dich versorgen und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe lassen.« Zu einem besonderen Erlebnis wurde der bekümmerten Mutter die Begegnung mit einer gläubigen Frau im Gottesdienst. Dieses Gemeindeglied wußte nicht, was vor sich gegangen war. Die Christin erklärte ihr: »Ich fühle mich innerlich gedrungen, Sie auf Hebräer 10, 35-36 hinzuweisen. Den Grund für diesen Auftrag kenne ich nicht. Ich will ihn aber ausführen. Es heißt dort: »Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber ist euch not, daß ihr den Willen Gottes tut und die Verheißung empfanget!« Lucille war damit fest entschlossen, im Glauben fortzufahren und gegen den Rat der Ärzte zu handeln.
Frau Joubert wurde der innere Auftrag zuteil: »Gehe und bezeuge den Ärzten, daß du Gott vertraust.« Sie war willig zu gehorchen. Bevor sie die Ärzte aufsuchte, wurde ihr das Wort Jesaja 46, 4 geschenkt: »Ich will euch tragen bis ins Alter. Ich will es tun. Ich will heben, tragen und erretten.« Die Ärzte waren über ihren Entschluß erschrocken. Einer gebrauchte sogar den Ausdruck »crazy« = sie ist verrückt. Der leitende Professor der Klinik für Schwangerschaftsunterbrechungen machte kurzen Prozeß: »Sie kommen morgen zur Unterbrechung. Ich habe die Befunde des Gynäkologen und des Genetikers und der beiden Hausärzte vorliegen. Da gibt es nichts mehr zu diskutieren.« Am Abend schrie Frau Joubert zum Herrn. Sie empfand die Nähe des Herrn und fühlte seinen Frieden in ihrem Herzen. Dann hörte sie einen christlichen Sender. Der Prediger sagte in seiner Botschaft: »Wenn alle sagen, gehe den leichteren Weg, und Gott verlangt den schweren Weg, dann hat Gott recht. Die drei Männer im Feuerofen waren den schweren Weg gegangen und erlebten die Herrlichkeit Gottes.« Der Redner gebrauchte als Schlußwort: »Harre des Herrn! Sei getrost und unverzagt und harre des Herrn!« (Ps. 27, 14)
Alle Schwierigkeiten waren noch nicht beendet. Nur der erste Termin war an diesem Tag hinausgeschoben worden. Frau Joubert erfuhr erst später, warum der Genetiker (Erbforscher, Spezialist der Erblehre) mit der Zurückstellung der Schwangerschaftsunterbrechung einverstanden gewesen war. Dieser Fachmann war der Meinung, daß das Kind noch im Mutterleibe sterben würde. Er war aber doch erstaunt, daß beim nächsten Test der Antikörperchen die Zahl konstant geblieben war. Beim dritten Test gab es dann Alarm. Die Zahl der Antikörperchen war sehr gestiegen. Der Gynäkologe geriet darüber in Zweifel, ob seine Entscheidung zum Aufschub richtig gewesen war. Frau Joubert wurde angerufen, sie solle sofort zur Entbindung in die Klinik kommen. Sie fühlte aber, daß es noch zu früh sei. Sie war ja erst im achten Monat. Wieder rief sie Erlo an und bat um seinen Rat. Erlo antwortete ihr: »Gottes Zeit ist vollkommen.« Bei den Ärzten gab es wieder ernsthafte Diskussionen. Der Anästhetiker machte seinem Unmut Luft und grollte: »Sind denn die alle verrückt? Da ist doch keine Hoffnung auf ein normales, gesundes Kind.« Der christliche Hausarzt, der bei der Geburt zugegen war, betete, bevor die Geburt eingeleitet wurde. Auch Dr. Shapiro, der das Serum gegen die Bildung der Antikörperchen entwickelt hatte, wurde zu Rate gezogen. Shapiro, dieser hochdekorierte Arzt, meinte, das Kind würde kaum leben können, es hätte zu viele Leukozyten.
Am anderen Morgen kam der Kinderarzt zu der Wöchnerin ins Zimmer und meldete eine erstaunliche Besserung. Das Kind sehe besser und klarer aus als die drei ersten Kinder. Der Gynäkologe, der schon einmal ein beachtliches Wort der Mutter gesagt hatte, ließ sich auch blicken und erklärte: »I do not understand this faithbusiness but something is true in it. I accept it.« = Ich verstehe nichts von diesem Geschäft des Glaubens. Aber es ist etwas Wahres daran. Ich akzeptiere es. Dieser Arzt ist kein Christ. Er ist ein Jude, aber nicht ferne vom Reiche Gottes. Die Mutter berichtete Erlo von der neuen Wendung. Erlo antwortete ihr: »Gott hat zu den Ärzten in einer Sprache gesprochen, die sie verstehen.«
Deborah entwickelte sich prächtig und ist in ihren geistigen und körperlichen Funktionen völlig normal. In der Tat, hier hat Gott ein Wunder gesetzt. Aus dem Buch "Jesu Name ist wunderbar" Mabanga, der Sohn des ZauberersMabanga ist der Sohn eines Der Vater brachte dem Sohn die Zauberkunst bei. Mabanga lernte die verschiedenen Kräuter und Wurzeln kennen, die zur Ausrüstung eines Zauberers gehören. Der Sohn erfuhr auch die Bedeutung der Pflanzen und erhielt vom Vater die Anleitung, sie den Kranken auszuteilen. Bei Besuchen nach auswärts trug er dem Vater den Zauberkoffer und wurde über allen Hokuspokus informiert. Er fing bereits an, Kranke selbständig nach den Methoden des Vaters zu behandeln. Da gab es den ersten Schatten über dem Leben Mabangas. Er wurde krank. Seine Beine sahen aus, als hätte er Gangrän. Eine Seite des Körpers war teilweise gelähmt. Die Zauberkunst seines Vaters versagte. So wurden von weither starke Zauberer gerufen. Selbst aus Rhodesien wurde ein berühmter Meister dieses Fachs geholt. Niemand konnte dem jungen Mann helfen. Die Schmerzen wurden so stark, daß der Kranke manchmal "durchdrehte". Wahrscheinlich waren diese schlimmen Schmerzen die göttliche Voraussetzung für das, was nun folgte. Das Zelt von Erlo stand in Nqutu. Die Mitarbeiter luden die Menschen der benachbarten Dörfer zu den Vorträgen ein. Mabanga wurde auch eingeladen, hatte aber absolut keine Lust dazu, die Zeltversammlungen zu besuchen. Die Schmerzen quälten ihn aber so sehr, daß er sich zum Zelt schleppte. Als er dort eintraf, war der Gottesdienst im Gange. Erlo sprach gerade über Jesaja 59, 1-2:
Mabanga erwiderte: "Ich bin ein großer Sünder." Zugleich fing er an, seine Sünden zu beichten. Nach der Beichte hatte er das Gefühl, daß es in seinem Verstand licht wurde, und daß die Krankheit von ihm wich. Auch die Lähmung war gewichen. Er konnte jetzt aufstehen. Genau wie Joseph hatte er das Gefühl, er würde fliegen. Mit großer Freude eilte er nach Hause. Dort sollte ihn nichts Gutes erwarten. Daheim zog sich Mabanga sofort in sein Zimmer zurück und betete. Der Vater spürte das, eilte herbei und klopfte an seine Türe. Er schrie seinen Sohn an: "Junge, was tust du? Du darfst hier nicht beten, du vertreibst mir ja die Geister." Als Mabanga sich schlafen legte, hörte er eine Stimme: "Bete!" Sofort rannte der Vater herbei und brüllte: "Bist du verrückt, daß du schon wieder betest." Dann holte er mit der Nilpferdpeitsche aus und schlug seinen Sohn. Mabanga wehrte sich nicht. Er ließ alles über sich ergehen. Der Herr aber tröstete ihn. Mabanga hörte seine Stimme, die sagte: "Mein Sohn, sorge dich nicht wegen der Wunden und Striemen, die du hast. Ich habe Großes für dich bereitet." Der mißhandelte junge Mann begab sich dann ins Freie, um dort ungestört beten zu können.
Der Herr Jesus hat den jungen Christen reich belohnt für dieses Martyrium. In der folgenden Nacht hatte Mabanga einen Traum. Eine Bibel kam vom Himmel herab. Dazu hörte er eine Stimme: "Nimm und lies!" Mabanga antwortete im Traum: "Ich kann nicht lesen." Er nahm aber doch die Bibel und konnte sie lesen. Die Stimme forderte ihn auf: "Lies Prediger 8, 1. Er las: "Wer ist wie der Weise, und wer kann die Dinge auslegen?" Mabanga machte die Bibel zu. Sie ging zum Himmel zurück. Dieser Vorgang wiederholte sich dreimal. Als die Bibel zum dritten Mal kam, sagte die Stimme: "Lies Jeremia 1,4-6." Mabanga, der die Bibel noch nicht kannte, las:
Im Traum konnte Mabanga das alles lesen. Als er wach wurde, wollte er eine Bibel haben. Er suchte in seiner ganzen Umgebung und konnte keine Familie entdecken, die eine Bibel besaß. Dann fiel ihm ein, daß vielleicht sein Onkel eine Bibel haben könnte. Er suchte ihn auf und bat um eine Bibel. Der Onkel antwortete: "Erstens bist du zu jung für eine Bibel, und zweitens hast du ja nie lesen gelernt." Im Herzen Mabangas brannte es wie Feuer. Er flehte seinen Onkel inständig an, ihm doch die Bibel zu überlassen. Als der Onkel endlich nachgab und ihm die Bibel gab, schlug sie sein Neffe auf und las sie wie ein Mann, der jahrelang die Bibel gelesen hat. Der Onkel kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Von diesem Tag an verkündigte Mabanga das Evangelium. Die Bibel war sein ständiger Begleiter.
In dieser Zeit seiner feurigen Liebe zu Jesus sagte er: "Herr, ich will dir dienen. Zeige mir, was ich tun soll." Da schenkte ihm der Herr eine Vision, in der er einen Mann sah. Dazu hörte er eine Stimme, die ihm sagte: "Geh zu diesem Mann. Er wird dir helfen und dich lehren." Mabanga erkannte, daß es der Mann war, der bei seiner Bekehrung im Zelt über Jes. 59 gepredigt hatte. Als Martin ihn besuchte, fragte Mabanga nach dem Wohnort dieses Evangelisten. Martin wollte wissen: "Willst du an diesen Ort?" "Ja." "Gut, dann bringe ich dich hin." Damit kam Mabanga nach Kwasizabantu, wo ich ihn traf und seine Geschichte hörte.
Mabanga hatte den Eindruck, daß er sprechen müßte. Er hörte wieder eine Stimme, die ihm sagte: "Lies Lukas 16, 19-31." Mabanga las die Stelle vor und sagte, daß es einen Ort der Qual gibt, an den die Gottlosen nach ihrem Tod gebracht werden. Nach seiner Ansprache stand ein Mann auf und erklärte: "Du hast die Wahrheit gesagt. Ich verlasse Jehovas Zeugen." Ein andermal geriet Mabanga in eine Gruppe der "Zwölf Apostel". Niemand dieser Gemeinde hatte eine Bibel, selbst der Leiter nicht. Als der Besucher mit der Bibel entdeckt wurde, erklärte der Leiter: "Du hast eine Bibel. Wir brauchen keine. Wir sind die Bibel selbst." Mabanga fragte die Gruppe: "Seid ihr Jesus begegnet?" "Nein, das ist der Gott der Weißen." "Darf ich zu euch sprechen?" "Wenn du willst, ja." Mabanga betete und bat um ein Wort. Der Herr sagte ihm: "Nimm Joh. 3, 36." Es heißt dort:
Mabanga machte seinen "Aposteln" klar, daß es ohne Jesus keine Rettung und kein ewiges Leben gibt. Diese Apostel lehnten aber seine Botschaft ab, nannten ihn einen Irrlehrer und jagten ihn weg. Das Besondere beim Dienst Mabangas ist, daß er nur über das Wort spricht, das der Herr ihn heißt. Ferner gibt ihm der Herr, was er darüber zu sagen hat. Darum fand er ohne Vorbildung die wunden Stellen der Zeugen Jehovas und der "Apostel" sofort heraus. Wie der Herr Mabanga einsetzt und gebraucht, wird in dem Kapitel "Aussendung" berichtet. Vorbereitet auf den TodAlfred Green, ein Mischling, kam 1975 auf Mischlinge heißen in Südafrika coloured people, die Farbigen. Sie haben ein schweres Los. Meistens sind es Nachkommen von einem weißen Vater und einer schwarzen Frau.
Häufig verfallen daher diese »Beiseitegeschobenen« dem Alkohol. So war es auch bei Alfred Green, bis zu dem Tag, da er im Erweckungsgebiet den Herrn Jesus als seinen Befreier fand. Was er vor seiner Bekehrung verdiente, floß zum größten Teil als flüssige Währung den Hals hinunter. Die Familie mußte mit wenigem zufrieden sein. Nach seinem Christuserlebnis auf Sizabantu war er ein total erneuerter Mann. Mit dem Alkohol war es ein für allemal Schluß. Er wurde nie rückfällig. Das ist häufig so in Südafrika, daß die Bekehrungen von Schwarzen oder Coloured radikaler sind als in dem religiös oberflächlichen Europa. Die Mehrheit der sogenannten Christen in Deutschland und in anderen evangelischen Kreisen werden sozial aktiv, machen in Ã-kumene oder verfallen superhumanen Gefühlsduseleien, räumen aber nicht Jesus das Kommandorecht über ihr Leben ein. Alfred Green war einer von den Radikalen. »Das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden. « So heißt es in der Heiligen Schrift. Und das wurde das Zeugnis des Wandels im Leben dieses Mischlings.
Er nahm Kassetten von Erlos Vorträgen und ging damit zu seinen katholischen Verwandten. Er verschenkte nicht die Kassetten, weil er ahnte, daß sie nicht abgehört würden, sondern er blieb bei den Verwandten, bis sie den ganzen Vortrag gehört hatten. Das Fundament seines neuen Lebens und seiner Arbeit war eine große Treue im Gebet. Er stand jede Nacht auf und verweilte Stunden in der Fürbitte und Anbetung. Bei seiner Firma genoß er das volle Vertrauen seines Chefs. Sein Familienleben und Eheleben war so gut, daß seine Frau zu ihm sagte: »Wenn du stirbst, will ich auch sterben.«
An einem Morgen sagte er seiner Frau: »Ich las 1. Petr. 1,16: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig. Auch bei Schmerzen dürfen wir nicht aus der Rolle fallen. Bete, daß du durch und durch geheiligt wirst.« Es kam sein letzter Tag. Sein Schwager war gerade auf Besuch da. Bevor er das Haus verließ, bat er seinen Schwager: »Sorge du für meine Frau.« Dann warf er seine Hände in die Luft und rief: »Ich habe solch ein Heimweh nach Jesus. Wann werde ich dahin kommen, daß ich den Herrn sehe? Wann werde ich meinen Jesum schauen können?« Er fuhr dann mit dem Firmenwagen nach Pietermaritzburg zur Arbeit. Unterwegs streikte der Motor. Alfred kam nicht weiter. Er eilte zu einer Telephonzelle und rief die Firma an. Der Chef wies ihn an: »Suche keine Reparaturwerkstatt auf. Ich schicke sofort einen Mechaniker los, der den Schaden beheben wird.« Alfred ging über die Straße, da wurde er von einem Auto erfaßt und getötet.
Bei der schwerwiegenden Nachricht vergoß die Frau keine Träne. Sie erklärte freudestrahlend: »Ich wußte, daß der Herr ihn bald heimholen würde. Sein geheiligtes Leben mit Jesus wies auf ein baldiges Ende hin.« Dem weißen Firmenchef war das unverständlich, und er fragte die Witwe: »Verstanden Sie sich nicht gut? Liebten Sie sich nicht?« - »Nein, Sie verstehen das falsch«, erwiderte sie, »ich habe in den letzten Tagen zu meinem Mann gesagt, daß ich ohne ihn nicht leben möchte, aber Jesus liebe ich mehr. Ich freue mich mit meinem Mann, daß er nun bei Jesus ist.« Das verschlug dem Chef den Atem, und er weinte. Nun mußte die Witwe den weißen Boß trösten.
Joseph - Gangsterboß von SowetoJoseph Mdaweni Sishange saß in
Unter seinen Kameraden hatte Joseph den Spitznamen Cheeseman (Käsemann). Überfälle, Raub, Diebstähle und Geld waren der Inhalt seines Lebens. Was er erbeutete, gab er mit vollen Händen aus. Er war so gewitzt, daß er gewöhnlich entkam, wenn die Polizei das Netz zuziehen wollte. Wenn einer der Bande erwischt wurde, durfte niemand die anderen verraten. Einmal fuhr Cheeseman in einem gestohlenen Wagen, der Rauschgift geladen hatte. Einen Führerschein besaß er nicht. Wozu auch, wer Autos stiehlt, kann sie auch ohne Lizenz fahren. Bei einer Polizeikontrolle fehlte daher der Führerschein. Ehe sich"s die Polizisten versahen, floh die ganze Bande. Die Beamten schossen hinter ihnen her, trafen aber niemand. Da stolperte einer und stürzte. Das war eine Chance für die Polizei. Der Gangster konnte verhaftet werden. Dieser Bursche hielt den Ehrenkodex der Bande ein. Obwohl er 18 Monate abbrummen mußte, verriet er nicht, daß Cheeseman der Rädelsführer dieses Diebstahls gewesen war. Da gab es die erste Unruhe in der Bande. Einer scherte aus. Es war Dumisani, der Christ wurde und dann versuchte, seine ehemaligen Kameraden zu Jesus zu führen. Er probierte es immer wieder, mit Cheeseman zu sprechen. Der Boß machte sich aber nur lustig über ihn. Er machte ihm den Vorschlag: "Dumisani, sage uns einen Bibelvers." Dann lachten und spotteten sie über ihn. Wenn Dumisani den Boß zum Gottesdienst einlud, dann wehrte dieser stets lachend ab. "Nächste Woche." Es blieb aber immer die nächste Woche. Cheeseman hat oft die Freiheit mit dem Gefängnis vertauscht. Einmal bekam er für einen Raubüberfall zwei Jahre zudiktiert. Im Gefängnis versuchte er es in seiner Verzweiflung mit dem Gebet: "Du Gott, wenn ich aus diesem Gefängnis lebend herauskomme, will ich dir dienen." Nach einem Jahr wurde er wegen guter Führung entlassen. Sein Gelübde war wieder vergessen.
Die Untersuchungshaft fand ein rasches Ende, denn die geladenen Zeugen entlasteten Cheeseman. Er suchte den Vater seines Zellengenossen auf und ließ sich Medikamente geben, die ihn vor allem Unglück bewahren sollten. Es half natürlich nichts. Cheeseman beschwerte sich beim Zauberer. Dieser alte Gauner verkaufte ihm neue "todsichere" Mittel. Cheeseman mußte ein Kräuterbad nehmen und sich mit einer besonderen Paste das Gesicht einschmieren. Die innere Unruhe, die Cheeseman mit sich herumschleppte, wich aber nicht. Cheeseman wurde darüber zornig und beschloß, den Zauberdoktor umzubringen. Bei diesem Höhepunkt der inneren Not und Unruhe kreuzte Dumisani wieder auf und lud ihn zum Gottesdienst ein. Cheeseman versprach mitzugehen. Es kam aber wieder anders. In der folgenden Nacht stahl der Gangster zusammen mit einem Bandenmitglied eine wertvolle Uhr. Der Eigentümer aber überraschte sie. Cheeseman wurde mit einem Beil niedergeschlagen. Danach wurden beide Diebe in einen Wagen geworfen und zur Polizei gefahren. Im Gefängnis erinnerte sich Cheeseman an Dumisani und dachte, wenn ich nur diesem Kumpel gefolgt wäre. Im Gefängnis war ein Insasse, der eine Bibel besaß. Cheeseman borgte sie aus und las darin. Die Geschichte von den drei Männern im Feuerofen (Daniel 3) sprach ihn gewaltig an. Der Tag mit der Gerichtsverhandlung kam. Beide Gangster wurden vorgeführt. Sein Komplize kam zuerst dran. Inzwischen betete Joseph: "Gott, Daniel war in der Löwengrube (Daniel 6). Ich muß nun gleich vor den Löwen (Richtern) stehen. Bitte verstopfe ihnen den Mund, wie du der Löwen Rachen verstopft hast." Diese erste Verhandlung am Montag wurde dann auf den Mittwoch vertagt. Joseph gab die Hoffnung nicht auf. Er verbrachte die beiden Tage unter viel Gebet. Am Mittwochmorgen betete er wieder, bevor er in den Gerichtssaal gebracht wurde. Die anderen Gefängnisinsassen spotteten über ihn und erklärten: "Das wird dir nicht helfen. Geh nur hin und hole dir dein Urteil." Joseph äußerte seinem Komplizen gegenüber: "Heute wirst du sehen, wer sein Vertrauen auf den Herrn setzt." Dieser wehrte ab und erwiderte: "Lasse mich in Ruhe mit Gott. Ich habe einen starken Zauber von einem Witchdoctor, der wird mir helfen." Die Verhandlung verlief ungewöhnlich. Joseph kniete im Gerichtssaal nieder und betete: "Herr, du wirst mich aus dem Feuerofen herausholen." Der andere Angeklagte erklärte ihm spöttisch: "Das wird dir nicht helfen." Der Komplize kam als Angeklagter Nr. 1 zuerst dran und wurde verurteilt. Zu Joseph sagte der Richter: "Du bist frei, du kannst nach Hause gehen." Die Mutter Josephs, die der Verhandlung beiwohnte, lachte und nickte ihrem Sohn zu. Der Polizist, der ihn hinausführte, sagte zu Joseph: "Du mußt einen starken Zauber in der Tasche haben, daß du hier ungeschoren herauskommst." Joseph widersprach: "Nein, es war kein Zaubermittel. Es war Jesus." Der Polizist war überrascht und sagte: "So ein Bursche redet von Jesus. Erzähle mir, wo du Jesus gefunden hast." "Im Gefängnis", gab Joseph zur Antwort. "An so einem üblen Ort findet man doch nicht Jesus. "Sieh mich doch an. Ich fand Jesus aber im Gefängnis, und er hat mich hier herausgebracht." Sein Komplize bekam drei Jahre zudiktiert, nicht allein wegen der gestohlenen Uhr, sondern weil eine ganze Serie von Einbruchdiebstählen vorlag.
Am Tor des Gerichtsgebäudes stand Josephs Mutter, die für ihn zu einer Gefahr hätte werden können. Sie sagte zu ihrem Sohn: "Ich habe eine Menge Geld dem Zauberdoktor bezahlt, damit du freikommst. Nun hat der Zauber gewirkt." "Nein, Mutter, nicht der Zauberdoktor hat mir geholfen." "Ach, du redest jetzt soviel, weil du aus dem Gefängnis heraus bist. Dann sage mir doch, wer dich aus diesen Schwierigkeiten herausgeholt hat." "Gott hat es getan." "Mein Sohn, was redest du hier?" Joseph nahm sich keine Zeit mehr, mit seiner Mutter zu sprechen. Es drängte ihn, sofort zu Dumisani zu gehen, um ihm zu sagen, daß er jetzt auch ein Christ sei. Am Nachmittag kam er zu Dumisanis Haus. Es waren nur seine Mutter und einige Besucher da. Er hörte, daß Dumisani abwesend sei. Joseph gab den Grund seines Besuches an. Man glaubte ihm aber nicht und verspottete ihn: "Du bist doch ein Gefängnisvogel. Du hast bestimmt andere Dinge im Sinn." Joseph kam eine gute Stunde später noch einmal und traf jetzt Dumisani an. Die Freude über die gute Neuigkeit war groß. Dumisani nannte seinem Freund ein Bibelwort, das Joseph sofort las. Die Menschen im Haus staunten nicht wenig, daß der ehemalige Galgenvogel die Bibel las. Sie konnten das nicht fassen.
Dumisani kam, um Joseph abzuholen. Joseph wollte abermals entwischen und sagte: "Ich habe kein Fahrgeld für den Bus." "Kümmere dich nicht darum. Ich habe für uns beide." Unterwegs wollte wieder Menschenfurcht Joseph packen. Er dachte, was werden die Leute denken, wenn sie sehen, daß ich einen Mann begleite, der Bibel und Gesangbuch unter dem Arm trägt. An diesem Sonntag wurde das heilige Mahl gereicht. Der Pastor sagte zuvor: "Wenn jemand sein Leben noch nicht in Ordnung gebracht hat und an bewußter Sünde festhält, der soll bitte an dem heiligen Mahl nicht teilnehmen." Joseph dachte in seinem Herzen: "Wenn der Pastor wüßte, wie viele Sünden ich auf dem Gewissen habe, er würde mir nicht mehr die Hand geben." Joseph nahm am Mahl nicht teil. Er blieb aber nach dem Gottesdienst zurück. Er wußte nicht, daß es in dieser Gemeinde üblich ist, zur Seelsorge zurückzubleiben, wenn man eine Aussprache wünschte oder beichten wollte.
Auf dem Heimweg hatte Joseph das Gefühl, als ob er fliegen würde, so leicht war es ihm um das Herz. In den nächsten Tagen beachtete er die seelsorgerlichen Ratschläge des Pastors, alles mit Gebet und mit dem Herrn zu tun. Daheim führte er sofort das Tischgebet ein. Seine Mutter staunte und dachte: Dieser Nichtsnutz fängt das Beten an. Joseph erriet ihre Gedanken und sagte: "Mutter, wenn du mir Nahrung bringst, und du betest nicht zuvor, dann will ich nichts essen." Nur gezwungenerweise gab die Mutter nach und betete ein Tischgebet. Joseph war darüber hocherfreut. Am nächsten Morgen ging der ehemalige Gangsterboß zu seinen Komplizen. Er konnte seine Freude, Jesus gefunden zu haben, nicht verbergen, und sagte den Genossen seiner früheren Verbrechen: "Mein Gott ist groß."
In der Nähe von Josephs Heim wohnt ein Christ, den Joseph früher haßte. Als dieser Christ Joseph von der Kirche kommen sah, rief er ihn herein und sagte: "Ich will dich sehen." Dann schüttelte ihm dieser Jünger Jesu die Hand und pries Gott, der solche Veränderung mit Joseph zustandegebracht hat. Dann setzte er ihm ein gutes Mahl vor und schenkte ihm zuletzt eine Bibel. Der ehemalige Gangsterboß hörte nicht auf, seine ehemaligen Komplizen aufzusuchen und ihnen die Frohe Botschaft zu bezeugen. Er brachte auch stets alles in Ordnung, was ihm der Herr aus seiner Vergangenheit zeigte. Am nächsten Sonntag wartete er nicht, bis Dumisani ihn zum Gottesdienst abholte. Er nahm seine Bibel und machte sich allein auf den Weg. Die Nachbarn und die Bewohner der gleichen Straße staunten und fragten: "Was soll das bedeuten? Das ist das Ende unserer Weisheit. Die Welt steht ja köpf." Sie fragten ihn: "Wo gehst du hin?" "Natürlich zum Gottesdienst." "Und du wagst es, allein zu gehen?" "Selbstverständlich, warum soll ich nicht allein gehen." "Zu welcher Kirche gehst du, etwa zu den Weißen?" "Ja, mein Pastor ist ein Weißer."
Auf dem Heimweg im Zug gab er sein Zeugnis, und ehe er sich"s versah, predigte er den Leuten im Zug. Er sagte unter anderem: "Als Gangsterboß hielt ich mich für sehr klug. In der Tat war ich sehr gerissen und habe oft der Polizei ein Schnippchen geschlagen. Dabei war ich ein großer Narr, aber jetzt mit Jesus fange ich an, weise zu werden." Daheim angekommen, suchte er alles zusammen, was er bei seinen Raubzügen erbeutet hatte, und verbrannte es. Seine Mutter kam hinzu und meinte: "Warum verbrennst du das alles? Du kannst es doch deinem Bruder geben." "Nein, was ich durch Sünde und Verbrechen erworben habe, wird entweder dem Eigentümer zurückgegeben, oder, wenn ich den nicht mehr ausfindig machen kann, verbrenne ich es." Der Friede in Josephs Herzen hielt an. Seine Freude war so groß, daß er oft kein Hungergefühl und keine Müdigkeit empfand. Oft suchte er seine ehemaligen Kameraden auf und bezeugte ihnen Jesus. Allmählich merkten diese rauhen Burschen, daß Joseph die Wahrheit sagte. Er rauchte nicht mehr, hörte radikal mit Mädchengeschichten auf und trank keinen Alkohol mehr. Die Menschen fingen an, ihn liebzuhaben. Sie fragten aber erstaunt: "Warum das alles? Du bist doch ein menschliches Wesen mit menschlichen Bedürfnissen?" "Ihr könnt es mir ja nachmachen und auch zu Jesus kommen, dann werdet ihr das Geheimnis des neuen Lebens erkennen." Eines Tages kamen vier seiner ehemaligen Kameraden, um mit ihm zu diskutieren. Sie fragten ihn: "Cheeseman, trinkst du wirklich nicht mehr?" "Nein, ich brauche es nicht mehr." "Warum nicht? Jesus hat doch auch Wasser in Wein verwandelt."
Nach diesem Vorschlag fingen die vier Besucher zu spotten an und sagten: "Hallo, Pastor, du hast deinen Verstand verloren." Die ehemaligen Banditen nennen Joseph schon lange nicht mehr Cheeseman, sondern Pastor. Nicht nur für die ehemaligen Komplizen war Joseph eine interessante "Figur" geworden. Auch Sektierer wollten den "Wundermann" sehen, der aus einem Verbrecher ein Jünger Jesu geworden war. So fanden sich eines Tages sogenannte Christen ein. Sie gehörten zu einer weitverbreiteten Sekte der "Zwölf Apostel", die nicht Jesus, sondern nur die Apostel gelten lassen. Joseph war bis dahin diese Sekte nicht bekannt, da er ja erst einige Wochen Christ war. Er wunderte sich nur, daß die Besucher sich Zigaretten ansteckten und auch keine Bibel bei sich hatten. Er meinte, ein Christ müsse stets "sein Schwert" bei sich haben. Er wußte nicht, wie er ein Gespräch beginnen sollte, und betete innerlich um die Weisung des Herrn. Plötzlich stand ihm vor der Seele, er solle die Besucher nach Jesus fragen. Dann wandte er sich an die Männer und fragte: "Lebt Jesus?" Joseph hatte damit den Kernpunkt dieser Irrlehrer getroffen. Sie antworteten: "Nein, er hat gelebt." Darauf Joseph: "Dann können wir genauso über Fußball oder über Jazz oder über das Wetter reden. Laßt uns beten, macht aber erst eure Zigaretten aus." Die Männer widersprachen ihm. Da war für Joseph das Maß voll. Er schickte sie weg. Die Mutter riet den Besuchern: "Laßt ihn mit seinem Jesus allein und geht." Joseph stand unter Geistesleitung, darum wurde er mit diesen Irrlehrern fertig, ohne je eine Information über sie erhalten zu haben. Joseph hat sich in seinem Wesen so verändert, daß er sich in allen Dingen als Jünger Jesu erweist. Eine Erfüllung dessen, was Paulus in 2. Kor. 6, 4 schreibt: "In allen Dingen beweisen wir uns als die Diener Gottes." Als Gangsterboß war Geld sein Element. Er verbrauchte alles für sich. Seiner Mutter gab er nichts. Nach seiner Bekehrung erhielt er von verschiedenen Leuten Geld. Er gab alles seiner Mutter mit den Worten: "Da, nimm das Zeug. Ich weiß nichts mehr damit anzufangen. Kaufe du für mich ein." Zu Hause praktizierte er seiner Mutter gegenüber tätige Liebe. Er wusch ihr das Geschirr, er wischte den Boden auf. Er tat alles, was er ihr an den Augen ablesen konnte. Für die Mutter war das ein gewaltiger Beweis seiner totalen Änderung. Diese Nächstenliebe beweist Joseph auch anderen gegenüber. Einmal war ein Kind in seinem Elternhaus auf Besuch. Alle bekamen zu essen. Das Kind bekam nichts. Joseph konnte das nicht sehen und gab seinen Teller dem Kind. Die Mutter wurde böse und erklärte: "Wenn ich gewußt hätte, daß du satt bist, hätte ich dir nichts gegeben." Joseph erwiderte: "Wenn Jesus jetzt käme und würde das Kind hungern sehen, was würde er tun?" Ohne biblische Unterweisung war ihm klar, was er als Christ zu tun hatte. So praktisch sein Christsein ist, so lebendig und anschaulich ist seine Verkündigung. Hier auf Kwasizabantu verlangten die Besucher und die Mitglieder des Teams immer wieder, seine Botschaften zu hören. Was mich an ihm beeindruckte, war seine Demut. Er macht aus seiner Vergangenheit keine Sensation. Es ist mir ein Gebetsanliegen, daß es so bleibt. Wenn der Hochmut sich einschleicht, dann bahnt sich der geistliche Niedergang an. Inzwischen bin ich Joseph zum drittenmal begegnet. Neue Wunder sind zu berichten. Ein weiterer Komplize aus seiner Bande hat sich bekehrt. Nun sind schon drei ehemalige Banditen aus der gleichen Bande Jünger Jesu geworden. Es kamen auch andere Jugendliche aus Soweto nach Kwasizabantu. Zur Zeit der Niederschrift dieses Berichtes waren elf junge Männer aus Soweto da, saßen in der ersten Reihe, und Joseph predigte ihnen das Evangelium. Keiner verließ Kwasizabantu so, wie er gekommen war. Einige von ihnen beichteten und übergaben ihr Leben Jesus. Sylvia - Freiheit aus schwerster GebundenheitIm Sommer 1980 führte ich, wie alle Jahre, einen Gruppenflug nach Kwa Sizabantu durch. Es waren 90 Teilnehmer, darunter ein Mädchen mit Namen Sylvia. In den ersten Tagen verhielt sie sich distanziert und teilnahmslos. Es schien, als ob sie sich auf Sizabantu nicht wohlfühlte.
Sylvia hatte sich eine Flasche Wodka gekauft und sich damit betrunken. Ein seelsorgerliches Gespräch mit dem Leiter der Mission war unerläßlich. Der Seelsorger wies sie darauf hin, daß sie nicht bleiben könne, wenn sich das wiederhole. Natürlich zeigte er ihr auch den Weg zur echten Befreiung durch Christus. Drei Wochen lang hörte Sylvia die Botschaften der Missionare. Manchmal blieb sie auch von den Andachten weg. Zwei Tage vor Abreise der letzten Gruppe griff dann Gottes Hand nach dieser Süchtigen. Sylvia erlebte eine radikale Umkehr und ging dann zu den Teilnehmern, die im Begriff waren, abzureisen und bat sie wegen ihres skandalösen Verhaltens um Verzeihung. Sie blieb dann noch mehrere Monate und konnte ihr Glaubensleben befestigen. Auf verschiedene Bitten hin schrieb sie ihre Lebensgeschichte auf, die geeignet ist, anderen Süchtigen und vergammelten Jugendlichen den Weg zu Jesus als Lösung ihrer Probleme zu zeigen. Der Bericht Sylvias beginnt mit folgenden Sätzen:
Mit 14 Jahren hatte sie schon ihren ersten Freund, der sie das Rauchen, Trinken und anderes lehrte. Sie wollte unter keinen Umständen ein langweiliges Leben führen. Da sie frei, unabhängig und ohne elterliche Bevormundung sein wollte, zog sie es vor, in einem Internat untergebracht zu werden. Die Eltern hatten ihrem Drängen nachgegeben. In dieser Zeit trank sie schon sehr viel Alkohol, war selten nüchtern und mißbrauchte die Tabletten, die ihr vom Arzt gegen ihre Nervosität verschrieben worden waren. In den Stunden der Ernüchterung packte sie oft die Verzweiflung. Sie fragte sich: Ist das alles, was das Leben zu bieten hat? Ist es nicht besser, Schluß zu machen, um dem ganzen Jammer zu entgehen? Was kommt aber danach? Trotz der Angst und Ungewißheit ihres Schicksals nach dem Tode reizte eine innere Macht sie dazu, Hand an sich selbst zu legen. Diese finsteren Einflüsterungen kamen aber nicht zum Ziel.
Unter den Klassenkameraden fand sie Gleichgesinnte. Sie betranken sich zusammen, rauchten Haschisch und frönten der Tablettensucht. Ganze Nächte verbrachte sie bei diesem ausschweifenden Leben. Es fehlte nicht an vielen Männerbekanntschaften, obwohl Frauen sie eigentlich mehr anzogen. Schulisch schaffte sie gerade noch den Abschluß. Sie wechselte dann über zu einem anderen Krankenhaus, um dort die dreijährige Schwesternausbildung zu machen. Ihre neue Freundin hatte die gleichen Drogenprobleme. Im Grunde genommen war die Drogensucht keine Belastung für Sylvia, denn sie fing an, diesen Lebensstil zu genießen. So begann sie, im Krankenhaus Medikamente zu stehlen und ging auch zum Spritzen über. Sie besorgte sich einen »Trip«, und gleich der erste hatte eine verheerende Wirkung. Er hatte einen sogenannten »Horrortrip« zur Folge, bei dem der Süchtige in Depressionen oder sogar in Todesangst fällt. Durch diesen Zustand fiel Sylvia im Krankenhaus auf. Wegen Übernervosität mußte sie schließlich ihre Ausbildung abbrechen. Sie durfte aber als Hilfskraft im Krankenhaus weiterarbeiten.
Sylvia entschied sich für die Entlassung. Kurze Zeit darauf landete sie aber doch in einer solchen Klinik. Hier ging es im gleichen Stil weiter. Durch eine Überdosis »Speed«, zusammen mit starken Beruhigungsmitteln geriet sie in einen Dämmerzustand. Daraufhin wurde sie in die psychiatrische Abteilung verlegt. Das Zusammensein mit Schwerbelasteten, Geisteskranken und dämonisierten Menschen löste schlimme Erlebnisse aus. Wegen Suizidgefahr wurde sie dauernd bewacht. Sie sah häufig eine Gestalt, die sie zum Fenster locken wollte, damit sie sich da hinunterstürze. Für die Ärzte war dieser Zustand unerklärbar. Sie versuchten es noch mit zwei anderen Therapieformen. Es war wieder ein Fehlschlag, da Sylvia mit der Einnahme von Drogen nicht aufhören wollte. Sie hatte nur eine Sorge, daß sie entmündigt werden würde. Wegen den Diebstählen und erneuten Drogenmißbrauchs kam sie schließlich vor Gericht. Das Urteil lautete auf sieben Monate Jugendstrafe, die auf zwei Jahre ausgesetzt wurden. Sie wurde aber wieder für eine Entziehungskur in eine Anstalt für Suchtabhängige eingeliefert. Für die Mutter war das enthemmte und zügellose Leben der Tochter eine große seelische Belastung. Sie gestattete es Sylvia nicht mehr, nach Hause zu kommen, als die Therapie in der Fachklinik beendet war. Sylvia war ohnehin bei allen Entziehungskuren nicht frei geworden.
In ihrer Not fing sie an, Hilfe zu suchen. Sie schrie zu Gott, wenn sie keinen anderen Ausweg mehr sah. Als Kind hatte sie oft mit ihrer Mutter gebetet. Später tat sie es nur, wenn sie von einer schwierigen Situation bedrängt war. Sie ging dann auch in den Gottesdienst ihrer Heimatgemeinde. Doch von den Drogen wollte sie nicht lassen. Eines Tages hörte Sylvia von Kwasizabantu. Ihre Mutter rief bei mir an und fragte, ob die Tochter auch länger als einen Monat in Südafrika bleiben könne, um dort ihre Ausbildung weiterzuführen. Ich gab die erforderliche Auskunft, daß ein Visum ein Jahr gelte. Man könne es aber auch in Südafrika verlängern lassen. Die Tochter erhielt das Angebot, einen Urlaub in Kwasizabantu zu verbringen. Sie nahm den Vorschlag an, da ihr gesundheitlicher Zustand immer schlechter geworden war. Dann kam sie mit meiner Gruppe auf der Missionsstation an. Lassen wir sie nun selber erzählen:
Liebe, Friede, Geduld und Sanftmut gingen von ihnen aus, und man fühlte sich hingezogen. Ich erkannte, daß solch ein Leben völlige Selbstaufgabe bedeutete, und das konnte ich nicht. Nochmals versuchte ich dieser Erkenntnis der wahren Realität durch Drogen zu entfliehen und wollte meinem Leben ein Ende machen. In diesem Zustand hatte ich eines Tages das Verlangen, diesen Menschen zu zeigen, wie hart und gefühllos ich sei. Ich fing einen Frosch, rief eine Mitarbeiterin der Mission und führte sie zum Kaminfeuer. Ich warf den Frosch hinein. Doch das Tierchen sprang sofort wieder heraus. Ich fing den Frosch wieder und warf ihn wieder in das Feuer. Nochmals sprang er heraus. Ich wiederholte dieses gräßliche Schauspiel, bis der Frosch endlich tot war.
Das Feuer Gottes hatte mich ergriffen, doch ich versuchte davonzuspringen. Es gelang aber nicht. Gottes Hand erfaßte mich erneut und warf mich in die Glut zurück. Ich mußte sterben und meine Hilflosigkeit erkennen, damit Gott mit mir neu beginnen konnte. Seit meinem Froscherlebnis verbrachte ich viel Zeit in der Gesellschaft dieser Mitarbeiterin, die das mit angesehen hatte. Wir unterhielten uns ausgiebig über Gott, obwohl ich mich immer noch dagegen wehrte, mein Leben ganz in seine Hand zu legen. Eines Abends im Bett dachte ich über alles nach und sagte: »Herr, wenn es dich wirklich geben sollte, dann beweise es mir.« Plötzlich ging mir durch den Kopf: 2. Korinther 1, Verse 8-11. Ich wußte nichts damit anzufangen, bis mir auf einmal der Gedanke kam: vielleicht gibt es so etwas in der Bibel.
Ich schlug sie auf und sah das Alte Testament durch, ob es so etwas wie Korinther gäbe. Da ich dieses Buch nicht fand, wollte ich die Bibel wieder weglegen. In meiner Erinnerung tauchte dann auf, daß es ja auch ein Neues Testament gibt. Wieder suchte ich und fand schließlich die beiden Korintherbriefe. Ich las mehrmals die Verse 2. Kor. 1, 8-11 und dachte: das paßt ja genau auf mich. Sollte diese Eingebung von Gott gekommen sein? Am nächsten Tag teilte ich dies meiner neuen Freundin mit und sagte ihr: »Nur einmal möchte ich den Frieden empfinden, den du hast.« Sie antwortete: »Der Herr will dir das auch schenken.« Eine innere Stimme bedrängte mich aber: »Du kannst diesen Weg nicht gehen, du gehörst dem Teufel.« Da war noch eine Bindung in meinem Leben, von der ich annahm, daß sie mich hindere, für Gott zu leben, auch wenn ich es wollte.« Soweit der direkte Bericht von Sylvia.
Ihr unbändiger Freiheitswille und Drang, ihr Leben selbst zu gestalten, war noch nicht auf den Altar Gottes gelegt. Einmal fragte die Freundin sie: »Wohin gehst du, wenn deine Zeit auf Erden zu Ende ist?« Diese Frage erschreckte Sylvia. Sie wurde die Unruhe nicht mehr los. Ein Kampf wurde in ihrem Inneren entfesselt. Sie wollte Gott gehören, doch eine finstere Macht hielt sie gefangen. Verzweiflung packte sie. Sie war in einem erbärmlichen Zustand. Die Freundin bat sie, sich doch einmal bei einem Seelsorger auf Sizabantu auszusprechen. Sie wehrte sich dagegen, weil sie sich nicht aufgeben wollte. Erst, als sie sich stark genug fühlte, sich behaupten zu können, gab sie nach. Sie suchte das Spitalgebäude auf, an dessen Stirnseite sich einige Sprechzimmer befinden. Als Sylvia das Gebäude betrat, hörte sie in ihrem Inneren das Singen eines himmlischen Chores. Sie zitterte am ganzen Körper. Sie ging wieder zurück und versuchte ein zweites Mal das Spital zu betreten. Das gleiche Erlebnis wiederholte sich. Ihr ganzer Körper schmerzte, und sie hatte das Gefühl, als ob sie ohnmächtig werden würde. Erst beim dritten Versuch hatte sie die Kraft, zum Sprechzimmer zu gehen. Der himmlische Chor sang über die Heiligkeit Gottes. Die Menschen in ihrer Nähe hörten den Gesang nicht.
Zum ersten Mal erkannte sie in der Tiefe ihr sündiges Wesen. Was Gott ihr in dieser Stunde zeigte, beichtete sie vor Friedl Stegen, Erlos Bruder und Mitarbeiter. Sylvia, die gemeint hatte, sie könne in zwei Minuten einer peinlichen Unterredung den Rücken kehren und entfliehen, stellte sich Gott und legte ihr Leben in seine Hand. Gewißheit der Vergebung ihrer Schuld und Friede mit Gott erfüllt seither ihr Leben. Diese Niederschrift erfolgt fast ein Jahr nach Sylvias Bekehrung. Wo es möglich war, brachte sie auch vor Menschen gewisse Dinge in Ordnung. Die schweren Lasten ihres früheren Lebens sind gefallen. Die Ketten der Finsternis sind durch Gottes Tat zerbrochen. Was in den Kliniken die Internisten und Psychiater nicht fertiggebracht hatten, das hat auf Sizabantu der Herr getan. »Anheizen, anheizen, anheizen« hat ein Kritiker dreimal über den Leiter von Sizabantu ausgesagt. Wird ein drogensüchtiges, alkoholgebundenes, lasterhaftes Mädchen durch »anheizen« frei? Nein, hier erfüllt sich Joh. 8,36: »So euch nun der Sohn Gottes frei macht, so seid ihr recht frei.« Sylvias Gebet ist, daß der Herr, der das gute Werk in ihr angefangen hat, es bis zum Tag Jesu Christi durchführen und vollenden möge. Sie bittet um die Fürbitte der Gläubigen, die hier ihre Geschichte lesen. Sie sagte mir: »Ich habe früher extrem der Sünde gedient, nun will ich mit gleicher Entschlossenheit dem Herrn Jesus nachfolgen.« Der Herr helfe ihr dazu. Sven - ein reines LebenSven ist Manfreds Sohn und Neffe von Erlo Stegen. In den vergangenen Jahren war ich mehrmals auf der Farm Manfreds und lernte auch den Jungen kennen.
Meine Berichterstattung gründet sich auf eine schriftliche Abfassung der Ereignisse bei dem Tod von Sven. Ferner haben wir einen Brief seiner Mutter erhalten und zuletzt eine diesbezügliche Bandaufnahme Erlos. Es handelt sich also um drei Quellen, die eine exakte Wiedergabe garantieren. Hören wir zuerst den Bericht des Vaters mit seinen eigenen Worten: »Schon als kleiner Junge hatte Sven den Herrn Jesus in sein Herz aufgenommen. Es war sein ehrlicher Wunsch, in den Fußstapfen seines Heilandes zu folgen. Viele kleine und große Erlebnisse mit Sven ließen uns sein aufrichtiges Bestreben erkennen. Und doch war er ein echter Junge, voll übersprudelnder Energie und Ausgelassenheit und ständig in Bewegung. Die Zulus hatten ihm den Spitznamen »Bizi« = immer beschäftigt gegeben. Seine Jugendjahre gingen nicht ohne Prügel vorüber. Doch war er sich immer bewußt, daß er sie verdient hatte und war dankbar dafür. Erst einige Monate vor seinem Tode war er einmal zu seiner Mutter gekommen und hatte gefragt: »Mama, merkst du nichts ?« »Was, mein Junge ?« »Ist dir nicht aufgefallen, daß ich anders bin als zuvor? Es war gut, daß mich Papa mal wieder den Stock spüren ließ. Ich hatte es nötig, und seitdem fühle ich mich leichter und besser.« Sven war ein ehrlicher Junge. Es fiel ihm nicht schwer, sein Herz zu öffnen, denn der Herr war ihm lieb und teuer. Wir dachten oft, er ist wie ein junges Pferd, das man am Zügel halten muß, damit es nicht den Parcours verläßt. Zwei Wochen, bevor der Herr Sven zu sich heimholte, verbrachten wir mit unseren Kindern einige Tage bei meinem Bruder Heino auf seiner Farm bei Mtunzini. Am Sonntag kam Sven zu mir und sagte: »Papa, Gott hat heute nacht mit mir geredet.« Er zitterte am ganzen Leib und mir schoß es durch den Kopf: Etwas Tiefgreifendes ist in Svens Leben geschehen. Oft war in der Vergangenheit Sven zu mir gekommen, um mir zu erzählen, was Gott ihm durch einen Traum oder durch sein Wort offenbart hatte. Deshalb fragte ich ihn jetzt: »Hast du etwas in der Bibel gelesen oder geträumt?« - »Nein, Papa, ich war hell wach, und alle andern schliefen, als ich Gottes Stimme hörte: Sven, mit dieser Unreinheit in deinem Herzen fährst du zur Hölle!«
Mir war klar, hier stand ein Junge vor mir, der eine Begegnung mit dem lebendigen Gott gehabt hatte. Ich konnte nichts anderes tun, als nach seiner Beichte mit meinem Jungen zu beten und den Herrn Jesus um seine Reinigung zu bitten. Unser Gebet war kaum beendet, da warf sich Sven an meine Brust, umarmte mich und sprach: »Papa, ich bin so glücklich. Die ganze Last ist weg. Jetzt ist mein Herz rein gewaschen. So kann ich in den Himmel.« Im Anschluß an dieses Beichtgespräch bat Sven seinen Vater: »Nimm mich doch aus dieser Schule, damit ich die schlechten Redensarten der Kameraden nicht mehr hören muß.« Der Vater antwortete: »Diesen Wunsch kann ich dir nicht erfüllen. An einer anderen Schule wird die Atmosphäre auch nicht anders sein. Du mußt da, wo du bist, dich als Jünger Jesu bewähren und deinen Kameraden ein Zeugnis sein.« Sven war zufrieden und damit einverstanden. Glücklich verließ er seinen Vater. Der Vater schrieb in seinem Bericht: »Ich hatte wieder einmal erkennen dürfen, daß wir einen heiligen Gott haben, der nicht nur die Sünde haßt, sondern uns von allem reinigen will, was uns von ihm trennt. Es gibt unreine, schmutzige Dinge, denen wir nur durchs Anhören erlauben, in unser Herz einzudringen, und die uns dann daran hindern, daß wir Gott nicht schauen, wenn wir uns nicht davon reinigen lassen.« Der junge Zeuge
In der Schule ging er zu jedem einzelnen Kameraden und bat um Vergebung, weil er kein gutes Vorbild gewesen war. Das gleiche tat er bei den Lehrern. Einer von ihnen sagte: »Was ist nur mit dem Stegen-Jungen los? Er geht von einem Lehrer zum anderen und bittet um Verzeihung.« Schüler und Lehrer merkten den Unterschied zwischen dem vorherigen Verhalten und jetzt. Sven suchte auch Verwandte, Nachbarn und Freunde zu Hause auf und erklärte: »Jesus hat mich gereinigt. Nun bin ich bereit zu sterben. Ich komme in den Himmel.« Bei diesen Rundgängen traf der junge Bote Jesu zwei Zulumädchen, die er sofort ansprach und fragte: »Habt ihr schon euer Leben mit Gott in Ordnung gebracht?« Die Mädchen lachten und erklärten: »Wir gehen doch in die Kirche «, dabei stellte sich das eine Mädchen als Zionistin vor. Sven erwiderte: »Ich frage ja nicht nach eurer Kirche, sondern ob ihr schon euer Leben vor Gott in Ordnung gebracht habt. Ich will euch nicht von eurer Kirche abhalten, sondern nur haben, daß euer Leben vor Gott bereinigt wird.« Dabei liefen ihm die Tränen die Wangen herab. Um ihn zu beruhigen, sagten die beiden: »Am kommenden Sonntag besuchen wir euren Gottesdienst.« Später nach Svens Tod, baten sie Manfreds Eltern um Verzeihung, weil sie über Sven gelacht hatten. Eine wunderbare Frucht war, daß beide Mädchen im Zusammenhang mit Svens Zeugnis sich bekehrten und gläubig wurden. Leser in Europa werden das nicht verstehen, daß Menschen, die zu den Zionisten gehörten, sich davon lossagen müssen. Die Zionisten in Südafrika haben nichts mit Israel zu tun. Es handelt sich um eine Sekte, die Biblisches mit heidnischer Zauberei vermengt.
Dieser Bekennermut Svens erregte natürlich Aufsehen. Die Zulus und die Weißen sprachen darüber. Sven redete auch mit den schwarzen Arbeitern seines Vaters und wies sie auf Jesus hin. Unter ihnen war auch der Lastwagenfahrer, ein energischer Mann, der kurz danach den Tod Svens verschuldete. Für die Eltern war die Zeit nach dem Gotteserlebnis Svens voller Segnungen. Der Sohn kam jeden Abend zu seinem Vater oder zur Mutter, um mit ihnen zusammen zu beten und die Bibel zu lesen. Er berichtete bei diesen Gebetsgemeinschaften, was ihm der Herr neu offenbart hatte. Er brachte alles ans Licht, von dem er annahm, daß es dem Heiland mißfallen könne. Er erklärte dabei: »Es darf nichts zwischen Jesus und mich treten, damit ich allezeit bereit bin, in die Ewigkeit zu gehen.« Sein Vater schrieb in seinem Bericht: »Kleine Dinge, die uns entgangen waren, bemerkte er, und wir konnten nur mit dankbarem und demütigem Herzen vor dem Herrn niederknien und ihn preisen und loben für das Wirken im Leben unseres Erstgeborenen.« Nach Svens Tod fanden die Eltern auch ein Tagebuch, von dessen Existenz sie vorher nichts gewußt hatten. Die Eintragungen zeigen, welch inniges Verhältnis Sven zu Jesus hatte. Im Gehorsam
»An einem Samstagmorgen begaben wir uns, meine Frau Evelyn und meine Kinder Sven, Lynne und Jimmy, auf den Weg, um einige unserer Arbeiter von Kwa Sizabantu abzuholen. Sie hatten die Woche über bei den Bauten mitgeholfen. Auf der Hinfahrt suchten wir noch Mowbray, eine Farm von uns, auf, um den Wagen auszutauschen. Sven, der älteste Sohn, fragte mich, ob er auf der Farm bleiben könne. Er wollte ein wenig mit dem Motorrad des Verwalters herumfahren. Auf dem Heimweg sollten wir ihn wieder abholen. Alle drei Kinder entschlossen sich, diesen Tag auf der Farm zu verbringen. Ich schärfte Sven ein, nur auf den Wegen des Zuckerrohrfeldes zu fahren und nicht auf der Hauptstraße zum Laden hin. Unsere glücklichen Kinder winkten uns fröhlich nach, als wir unsere Fahrt fortsetzten. Auf unserer Weiterreise unterhielten wir uns über all die vielen Segnungen, die meine ganze Familie in den letzten Jahren aus des Herrn Hand empfangen durfte. Wir zählten sie einzeln auf. Der Weg nach Sizabantu war zu kurz. Um die herrliche Zeit der Erinnerung zu verlängern, fuhren wir über Stock und Stein einen Umweg durch Gottes wundervolle Natur.«
Sven bat den einen Verwalter, ihm doch ein wenig das Motorrad zu leihen. Er bekam es für eine halbe Stunde. Jimmy, der neunjährige Bruder setzte sich auf den Sozius, und sie fuhren in die Farm hinein. Schon nach kurzer Fahrt hielt Sven an und sagte seinem Bruder: »Hast du auch gebetet, ehe wir losfuhren? Tue nichts in deinem Leben, bevor du gebetet hast. Gehe mit Jesus durchs Leben.« Schon vorher, als er noch mit beiden Geschwistern zusammen gewesen war, hatte Sven bezeugt: »Der Herr Jesus hat mein Herz gereinigt. Ich bin bereit zu sterben, denn ich darf zu Jesus gehen.« Nach der Ermahnung seines Bruders setzte Sven seine Fahrt allein fort. Er suchte noch einige Arbeiter auf, die er auch um Verzeihung bat. Danach erfolgte ein tödlicher Zusammenstoß mit dem Lastwagen. Südafrika hat andere Verkehrsregeln als wir Europäer. Darum muß ich eine Erläuterung geben. 14jährige dürfen bei uns in Deutschland keine Motorräder fahren, sondern nur leichte Mopeds. Bei den Zuckerrohrfarmen Südafrikas herrscht ein Einbahnverkehr, damit die Laster auf den schmalen Feldwegen nicht zusammenstoßen. Sven hatte sich an diese Regel gehalten, aber nicht der Lastwagenfahrer. Er war noch nicht lange eingestellt und war in der verkehrten Richtung gefahren. Er war, menschlich gesprochen, Schuld an diesem Unfall.
Hören wir den Bericht Manfreds weiter: »Bei unserer Ankunft auf Sizabantu begegneten wir unserem Bruder Erlo. Er begrüßte uns mit einer eindringlichen Frage: »Habt ihr alles in eurem Leben auf den Altar Gottes gelegt ?« Wir waren erstaunt und erwiderten: »Ja, mit des Herrn Gnade liegt alles auf dem Altar Gottes.« Dann informierte uns der Bruder: »Der Herr hat Sven zu sich genommen. Kommt mit mir. Wir fahren nach Mowbray.« Auf der Fahrt zurück zur Farm riefen wir uns all die wunderbaren Erlebnisse der letzten zwei Wochen in unser Gedächtnis zurück. Wir konnten ergeben und mit dankerfülltem Herzen die große Liebe eines treuen Gottes anerkennen, der alles so gnädig vorbereitet und gelenkt hatte. Wir konnten nicht anders, als dem Herrn danken: »Wir preisen dich Herr, daß du kein anderes unserer Kinder abgerufen hast, sondern Sven, denn er war bereit.«
Die Siegesfeier »Es war keine Beerdigung, sondern eine Siegesfeier «, so hat sich ein Glied der Mannschaft Erlos geäußert. Eine sehr große Menschenmenge war versammelt, Weiße und Schwarze, Heiden und Christen. Viele schluchzten. Nur die Eltern Svens weinten nicht, sondern dankten dem Herrn für die Zubereitung Svens für diesen Abschied. Manfred, der Vater, predigte das Evangelium. Hier muß eine kleine Geschichte eingeflochten werden. Einige Wochen vor dem Unfall kam eine schwarze Christin zu Manfred und sagte: »Der Herr hat mir etwas gezeigt. Hier auf der Farm sind so viele, die Jesus nicht als ihren Herrn angenommen haben. Du mußt sie nun endgültig vor die Entscheidung stellen, welchen Weg sie gehen wollen.«
Jetzt bei der Beerdigung hörte Manfred in seinem Herzen: »Erinnerst du dich an die Christin und ihre Mahnung? Jetzt ist die Zeit da, danach zu handeln. Jetzt stelle die Menschen vor die Entscheidung. Ihre Herzen sind nun bereitet.« Manfred bezeugte das Wirken des Herrn an seinem Sohn, verkündigte die Heilsbotschaft und rief zur Entscheidung für Jesus auf.« Er merkte dabei, daß die Herzen der harten Heiden butterweich waren. Hinterher gab es viele seelsorgerliche Aussprachen mit Menschen, die ihr Gewissen entlasten und ihr Leben bereinigen wollten. Diese Siegesfeier am Grab des Vierzehnjährigen war der Ausgangspunkt einer großen Bewegung unter den Schwarzen und Weißen. Seither kommen viele Menschen aus großer Entfernung zu den Gottesdiensten, die Manfred hält. Am durchschlagendsten war aber die Auswirkung von Svens Leben auf der eigenen Farm des Vaters. Bevor die Arbeiter ihre Tagesarbeit beginnen, knien sie nieder und beten. Ein Freund von Sizabantu fuhr eines Tages an der Farm vorbei, die nahe an einer Hauptstraße liegt.
Im August 1980 war ich auf Sizabantu. Man informierte mich über eine schwere Dürrekatastrophe, die schlimmste seit 1873. Die Zulus, die ihr Geld nicht auf die Bank bringen, sondern dafür Ziegen, Schafe und Kühe kaufen, waren in großer Not. Die Weidegebiete waren kahl. Kein Grashalm war mehr sichtbar. Das Vieh wurde abgeschlachtet. Wer noch verkaufen konnte, gab die Tiere zu Schleuderpreisen ab. Man sagte mir, daß die Preise der Kühe von 200 Rand heruntergingen auf 30 Rand, dann auf 10 Rand. Zuletzt gaben manche in ihrer Verzweiflung die Kühe für 7 und 5 Rand her. Der Rand stand damals auf 2,30; fünf Rand sind also 11,50 DM. Vormals reiche Zulus, die 100 Kühe besaßen, standen vor dem Nichts. Sie hatten nicht eine einzige Kuh behalten können. Die Dürre machte nicht halt vor der Farm Manfreds. Da kamen die schwarzen Arbeiter überein, um Regen zu beten. Ohne ihren Boß zu informieren, vereinigten sie sich an einem Sonntag von 9 bis 12 Uhr zum Gebet. Das war einige Wochen nach der Beerdigung von Sven. Am Schluß der Gebetsstunde sagte ein Zulu, der Christ ist: »Nun haben wir gebetet. Wenn Gott uns nicht hört, dann müssen wir uns fragen, ob nicht in unserem Leben unvergebene Sünde ist, die Gottes Wirken hindert. Jeder solle sich prüfen und sein Leben in Ordnung bringen.« Am Nachmittag zogen dann einige Wolken auf, es regnete ein wenig und hörte schnell wieder auf. Die Zulus faßten das so auf, daß Gott hören und mit Regen antworten will, aber daß doch Hindernisse im Leben der Beter da sind. Es wurde dann vereinbart, daß alle Arbeiter die Woche über sich gründlich besinnen sollten, welche Hindernisse bei ihnen vorliegen, die zu beseitigen sind. Am nächsten Sonntag kamen sie wieder, Heiden und Christen, um 9 Uhr zum Gebet zusammen. Drei Stunden verweilten sie auf der höchsten Anhöhe der Farm vor dem Angesicht Gottes. Dann erwarteten sie nach Buße und Beichte die Antwort Gottes, die dann auch kam. Am Nachmittag regnete es in Strömen, so durchdringend, wie es seit Jahren nicht mehr der Fall gewesen war. Der Regen weichte so den Boden auf, daß das kleine Flugzeug von Sizabantu nicht starten konnte. Die Startbahn war total aufgeweicht. Erlo hatte dann zum Flughafen nach Durban zu fahren, um rechtzeitig zur Vortragstour nach Europa zu kommen. Dieser Buß- und Regensonntag war der 7. September 1980. Einige Tage später begann Erlo mit seiner Vortragstour in der Stadtmission in Darmstadt, wo er uns dieses Ereignis berichtete. Erlo fügte hinzu: »In Europa betet man um eine Erweckung, und es kommt keine. Warum? Weil die Christen sich nicht reinigen lassen. Sie schaffen die Hindernisse eines ungereinigten Lebens nicht weg.«
Jabu - Wo finde ich Hilfe?Die 21jährigen Jabu lebt nicht weit von
Schließlich siegte bei ihr die Neugierde. Sie sagte sich, ich will die Weißen testen. Ich beichte nur Geringes und will sehen, was sie damit machen. Sie tat es und konnte den Seelsorger damit täuschen, aber nicht den Herrn Jesus. In der folgenden Nacht wurde sie sehr unruhig. Sie konnte nicht schlafen. Ihr Gewissen plagte sie. Sie beschloß daher, am nächsten Tag zu einem Zauberer zu gehen. Er brachte ihr keine Hilfe, darum suchte sie einen noch stärkeren Zauberer auf. Wieder umsonst! Nun wandte sie sich an die Pfingstler. Dort wurde über einem Glas Wasser gebetet, das sie danach trinken mußte. Ruhe fand sie dabei nicht. Ihre seelische Not wuchs. So suchte sie schließlich die Zionisten auf. Diese gaben ihr rote Kerzen, in die sie drei Nägel bohrten. Sie erhielt die Anweisung, mit den Kerzen in den Wald zu gehen und zu beten. Im Wald sah sie Bullen. Sie deutete das als böse Geister. - Nebenbei bemerkt, wurde mir das Bullensehen auch im Erweckungsgebiet von Timor berichtet. Auch dort sah man diese Gesichte als böse Geister an. -
In der folgenden Nacht standen ihr alle ihre Sünden vor den Augen. In ihrer Verzweiflung war sie nun bereit, nach Kwasizabantu zu gehen. In der Nacht, bevor sie ging, sah sie im Traum, daß die Am Morgen machte sie sich dann auf den Weg und kam nach Sizabantu. Sie beichtete bei Erlo, der ihr den Weg zu Jesus zeigte. Nachdem sie alles ausgeräumt hatte und im Glauben die Vergebung durch Jesus angenommen hatte, zog endlich Friede in ihr Herz ein. Die Geisterbullen kamen seither nicht mehr. Die Starken zum RaubeDiese Niederschrift erfolgt in der Passionszeit 1982 während meines zehnten Aufenthaltes auf Sizabantu. Nach dem Frühstück las ich mit einer Gebetsgruppe aus Jesaja 53. Im Vers 12 heißt es, daß der Messias die "Starken zum Raube" haben soll.
Es ist eine schreckliche Kurzbiographie des David Anthony Kyd aus Durban. Ich war mehrmals mit ihm auf Kwasizabantu zusammen. Erlo Stegen dolmetschte seinen Bericht. David kommt aus einer streng katholischen Familie. Er hat 14 Geschwister, darunter neun Schwestern und fünf Brüder. Schon als Junge übertraf er alle seine Geschwister an Bosheit und Tücke. Mit acht Jahren fing er das Rauchen an. Die Geldmittel beschaffte er sich durch kleptomanisches Stehlen. Nichts war vor seinen langen Fingern sicher. Wenn morgens um 4.30 Uhr das Milchauto die Flaschen vor die Haustüren gestellt hatte, sammelte David einen großen Teil davon wieder ein. Bis die Mutter aufwachte, war der Kühlschrank vollgepackt mit Milchflaschen. 16 Menschen waren dadurch überreich mit Milch versorgt. Davids Hang zum Stehlen kannte keine Grenzen. Er freute sich, wenn der Vater betrunken heimkam. Das machte es ihm leicht, ihn zu bestehlen. Er raubte die Handtaschen der Besucher aus, brach Autos auf und Tearooms. Bei Parties stahl er die bereitgestellten Getränke und verkaufte sie dann an die Kioske. Ein besonders schlimmes Kapitel war seine Freude an Perversitäten. Er belauschte die verliebten Pärchen am Strand im Gebüsch und führte dann die gleichen sexuellen Spiele mit Geschwistern und Schulkameradinnen durch. Im Alter von 16 hatte er bereits viele Freundinnen.
Mit 18 Jahren kam das Rauschgift dazu. Obwohl er zu dieser Zeit bereits verheiratet war, hielt er sich nebenher noch zwei und manchmal drei Freundinnen. In seinem Beruf verdiente David sehr gut. Er hatte als Schweißer beim Schiffsbau die schweren Stahlplatten zusammenzufügen. Das große Einkommen drängte die Sucht zum Stehlen zurück. Er konnte sogar seiner Familie ein Haus bauen. Er organisierte aber alles so geschickt, daß er auf seinen Fahrten zwischen Wohnsitz und Arbeitsplatz stets seine Freundinnen besuchen konnte. Da setzte ihm Gott das erste Stoppschild. Bei einer Fahrt nach Durban hatte er einen schweren Autounfall. Der Wagen war Schrott. Er hatte einen komplizierten Oberschenkelbruch und lag vier Monate im Spital, davon 3½ Monate mit einer Nagelung des Beines. Seither ist das eine Bein 5 cm kürzer als das andere. Dieser schwere Unfall brachte keine Sinnesänderung. Unter den Augen der Schwestern trank er Alkohol und rauchte Dagga, ein Rauschgift ähnlich wie Marihuana.
Im Spital hatte er einen Zimmergenossen, der zu einer Baptistenkirche gehörte. Dieser Christ war eifrig werbend. Er versuchte immer, mit David ein Gespräch über die Bibel und Jesus zu führen. Einmal antwortete David: "Wenn dieser Jesus, von dem du redest, heute nach Südafrika oder in ein anderes Land käme, dann würde man ihn ins Gefängnis stecken." Dieser Baptist ließ dann einen Pastor seiner Kirche verständigen, der sofort zu einem Besuch bereit war. Nach dieser Unterredung fing David an, in der Bibel zu lesen. Es ging ihm aber in erster Linie nur darum, seine Familie nicht zu verlieren. Im letzten Grund seines Herzens herrschte auch der Wunsch nach Frieden. An guten Vorsätzen fehlte es ebenfalls nicht. So kam es, daß er sich der Baptistengemeinde anschloß und getauft wurde. Als intelligenter Mann mit einer gewissen Redegabe fiel es ihm auch nicht schwer, von seiner Bekehrung zu sprechen und biblische Kurzbotschaften zu geben. Dieses "fromme Intermezzo" war von kurzer Dauer. Seine guten Vorsätze wurden von dem übermächtigen Hang seiner ehemaligen Süchte und Sünden überrannt.
Volle Befriedigung hatte David bei diesem Leben nicht. Er sehnte sich nach Befreiung von allen Lasten und Lastern. So trieb es ihn wieder zur Kirche, zur Bibel und zum Gebet. Es gab also eine zweite "fromme Phase", die etwa drei Monate anhielt. Wieder wurde er von seinem Hang zu Vergnügungen überrannt. Es gab dann noch einen dritten Anlauf zur Lebensänderung, der wieder mißlang. Als er wieder drei Freundinnen hatte, verließ ihn seine Frau mit den Kindern und ging zu ihren Eltern zurück. Nun hatte David sein Haus für sich und sein Sündenleben allein. Er konnte tun und lassen, was er wollte. Nach der Abreise der Frau betäubte er sich zuerst einmal mit Alkohol. Er kam mit einem furchtbaren Rausch heim. Da entdeckte er auf dem Tisch eine Kassette von Sizabantu mit dem Zeugnis von Lydia. Darunter lag ein Zettel mit der Bitte, die Kassette zu kopieren. Er folgte dieser Bitte und hörte damit Lydias Bericht zu. Dabei wurde sein Herz berührt. Sein sündiges, lasterhaftes Leben zog an ihm vorüber. Schließlich weinte er und rief: "Herr, ich wollte dreimal dir folgen. Wenn du mich haben willst, dann mußt du selbst mich aus all dem Jammer herausholen."
Hier an dieser Segensstätte hörten seine Begierden völlig auf. Vorher hatte er nur das Wissen, aber keine Kraft, Jesus zu folgen und keinen Sieg über die Sünde. Unter der Verkündigung wurde ihm klar, daß er sein ganzes Leben bereinigen und alles ans Licht bringen müsse. Er schrieb alles auf, was der Geist Gottes ihm zeigte und ging in die Seelsorge. Nach fünf Tagen ging er als neugeborener Christ zurück nach Durban. Es brannte ein Feuer in ihm, das er nie zuvor erlebt hatte. Er wurde innerlich gedrungen, zu den Menschen zu gehen, denen er Unrecht getan hatte, oder mit denen er gesündigt hatte. Zuerst bat er seine Frau, dann die Kinder um Verzeihung. Dann suchte er die Verwandten auf, ferner die Arbeitskameraden und tat das gleiche. Manche verspotteten und verlachten ihn. Andere hielten ihn für verrückt. Trotzdem legte er Zeugnis ab, bekannte sich zu Jesus und entschuldigte sich bei allen. Schwierig war die Aussprache mit drei ehemaligen Freundinnen. Er ging auch zu den ehemaligen Schulkameradinnen, mit denen er unsaubere Spiele getrieben hatte. Sie waren inzwischen erwachsene Frauen geworden. Manche konnten sich nicht mehr erinnern. Eine Frau jagte ihn aus dem Haus.
Seine Frau war inzwischen zurückgekehrt. Es dauerte nicht lange, da kamen Frau und Kinder ebenfalls zu Jesus. Es sammelten sich auch andere Christen um den eifrigen Zeugen. Dadurch entstand in seinem Haus eine christliche Gemeinschaft, die regelmäßig zusammenkommt. David hatte einen hohen Preis zu zahlen. Eine Bekehrung und Befreiung ist keine billige Sache, sondern erfordert den höchsten Einsatz. Es bleibt aber bei dem, was der Prophet Jesaja im Geiste vorausschaute, daß der Messias Menschen aus den größten Tiefen herausholen kann. Das wird auch am Kreuz deutlich, wo ein Verbrecher noch das Paradies gewann. Danken, wenn man blind ist?
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BuchvorstellungDie Weltlage im Blick auf die Wiederkunft Jesu. Leseprobe: 116 Seiten, 4,- € Menschen berichten...Er zückte das Messer, nicht um den Gegner zu töten, sondern um ihn nur kampfunfähig zu machen. Seit diesem Vorfall konnte Michael nachts nicht mehr schlafen. Er wurde von Angstträumen und Gewissensbissen geplagt... Aus dem Buch " Erweckung"Gott ist souverän. Aber die Tatsache, dass Gott souverän ist, hebt nicht die Verantwortung des Menschen auf. Gott schenkt Erweckung. Aber wir sind die menschlichen Akteure, durch die Erweckung möglich ist." (Duncan Campbell) Zitat Dr. Koch"Niemand nimmt okkulte Kräfte ungestraft in Anspruch." |